Eine Abkühlung durch Sprühnebel – damit gelingt den Kreuzgangspielen Feuchtwangen im Landkreis Ansbach eine echte Innovation. Denn das Freilichttheater ist laut eigener Aussage das Erste in ganz Deutschland mit einer solchen Vernebelungsanlage.
Idee kommt vom Tontechniker
Die Idee dafür hatte Maximilian Kraft, eigentlich Tontechniker der Kreuzgangspiele. Ihm kam der Gedanke zum ersten Mal im Urlaub: "In südländischen Ländern ist das quasi schon weit verbreitet, dass sowas auf Terrassen hängt oder in Restaurants. Und somit kam die Idee, ob man sowas nicht mal hier ausprobieren könnte". Gesagt, getan: Das Hochdrucknebelsystem wurde installiert und ist in dieser Spielzeit zum ersten Mal im Einsatz.
Das Besondere: Zuschauer werden nicht nass
"Das sind 45 Düsen, die verteilt sind im Zuschauerraum. Mit 60 bis 80 Bar wird das Wasser dann rausgesprüht. Das ist einfach Leitungswasser, das durch eine Filteranlage läuft. Dreifach gefiltert geht es dann in eine Pumpe, die Pumpe erzeugt Druck und dann geht das über den dünnen Schlauch zu diesen Düsen nach oben", erklärt Kraft. Die Düsen sind an den Bühnentraversen befestigt. Das Wichtigste: Nass werden die Zuschauer dabei nicht. Die Wassertröpfchen verdunsten sofort und senken anschließend die Umgebungstemperatur.
Hier wird das Leitungswasser gefiltert und anschließend mit der Pumpe nach oben zu den Düsen gepumpt.
Gefühlte mehrere Grad kühler
Vor allem bei Nachmittagsaufführungen kommt die Vernebelungsanlage zum Einsatz. Abends, wie gestern zum Beispiel bei "Der Diener zweier Herren", läuft sie meist nur vor Beginn, nicht während des Stücks. Doch insgesamt wurde die Anlage diesen Sommer schon gut genutzt, erklärt Intendant Johannes Kaetzler: "Geschätzte zehn Mal auf jeden Fall. Und das war auch notwendig. Wir hatten ja Temperaturen bis 38 Grad hier. Und da arbeitet die Anlage schon in eine Richtung, dass es dann gefühlt 36 oder 35 Grad sind".
Vernebelungsanlage auch die nächsten Jahre im Einsatz
Allerdings muss die Anlage auch regelmäßig gewartet werden. Das ist laut Intendant Kaetzler ein gewisser Aufwand, da das Wasser regelmäßig beprobt werden muss und verschiedene Vorgaben sehr genau beachtet werden müssen. Hierbei geht es beispielsweise um eine mögliche Bakterienansiedlung. Von der Anlage sind die Verantwortlichen aber überzeugt. Deshalb soll das Hochdrucknebelsystem auch in den nächsten Jahren bei den Feuchtwanger Kreuzgangspielen weiter genutzt werden.
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