Die Altstadt von München (Bayern), unter anderem mit dem neuen Rathaus, der Pfarrkirche Sankt Peter und der Frauenkirche ist am 27.01.2025 zu sehen. Im Hintergrund ist das Alpenpanorama zu sehen.
Die Altstadt von München (Bayern), unter anderem mit dem neuen Rathaus, der Pfarrkirche Sankt Peter und der Frauenkirche ist am 27.01.2025 zu sehen. Im Hintergrund ist das Alpenpanorama zu sehen.
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Die Altstadt von München (Bayern), unter anderem mit dem neuen Rathaus, der Pfarrkirche Sankt Peter und der Frauenkirche.
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Hundesteuer, Parken, Kitas: Wo München jetzt sparen will

Hundesteuer, Parken, Kitas: Wo München jetzt sparen will

München muss sparen – sonst droht der Stadt der Verlust ihrer Selbstverwaltung. Die Mango-Koalition hat ein erstes Sparpaket vorgestellt. Was das für Kita-Gebühren, Parken und Hundebesitzer bedeutet – und warum das Geld nicht mehr reicht.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Die finanzielle Situation der Kommunen in Deutschland ist bedenklich. Laut einer SWR-Recherche werden 2026 rund 95 Prozent [externer Link] von ihnen keinen ausgeglichenen Haushalt mehr haben. 2022 waren es nur 25 Prozent. Die bayerische Landeshauptstadt macht da keine Ausnahme. In den nächsten Jahren wird auch München massiv sparen müssen.

Vorschläge dafür hat nun das Beratungsunternehmen "Partnerschaften Deutschland" (PD) erarbeitet. Im dem rund 200 Seiten starken Gutachten werden Sparvorschläge von rund 700 Millionen Euro pro Jahr genannt. Es sei so etwas wie die "Speisekarte des Grauens", hieß es am Mittwoch aus der Stadtkämmerei. Sie werde zwar nicht 1:1 umgesetzt, markiere aber den Beginn einer langen und für die Münchnerinnen und Münchner spürbaren Zeit des Sparens.

Wie es zu der Misere kam

Die Gründe für die angespannte Lage sind laut Kämmerer Christoph Frey (SPD) vielfältig. Nach Freys Aussage leistete sich die Stadt in den vergangenen Jahren wohl das größte kommunale Schulbauprogramm Europas. Gleichzeitig habe niemand mit den enormen Preissteigerungen infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs gerechnet.

Hinzu komme, dass der Bund immer mehr Aufgaben an die Kommunen abgeben habe. So betrug das Defizit der München Klinik im Jahr 2016 rund 10 Millionen Euro, im Jahr 2025 musste die Stadt dort ein Defizit von rund 140 Millionen Euro verzeichnen. Ähnlich im öffentlichen Nahverkehr: Vor 10 Jahren betrug dort das Defizit 10 Millionen. Inzwischen muss der Münchner Nahverkehr mit 140 Millionen Euro querfinanziert werden. Das liege an inflationsbedingt gestiegenen Lohn- und Gehaltskosten, aber auch an den vom Bund auf die Kommunen abgewälzten Kosten, etwa für das Deutschlandticket.

Bis zum Ende des Jahrzehnts rechnet Frey mit einem städtischen Schuldenstand von rund 14 Milliarden Euro. Ohne strikten Sparkurs drohe der Verlust der kommunalen Selbstverwaltung. Dann würde nicht mehr der Stadtrat, sondern die Regierung von Oberbayern entscheiden, was sich die Stadt noch leisten darf. Ziel ist es deswegen, bis Ende der 2030er Jahre die jährlichen Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr zu begrenzen.

Was auf die Münchner zukommt

Die von PD identifizierten 700 Millionen Euro Einsparpotenzial pro Jahr, werden aber trotzdem nicht kommen. Auf einer Pressekonferenz bezeichneten sowohl der Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) als auch die Mango-Koalitionäre viele der Vorschläge als "hanebüchen" und realitätsfern. Dennoch entschied sich die Fünfparteienkoalition für zahlreiche, teils harte Einschnitte.

Münchner Eltern müssen sich ab Beginn des Kindergartenjahres 2027 auf höhere Besuchsgebühren bei Kindertagesstätten einstellen. Rund 40 Millionen Euro sollen so zusätzlich eingenommen werden. Seit 2019 galt weitgehend eine Beitragsfreiheit. Auch die Essensgebühren in Kitas werden erhöht, was etwa rund 12 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen soll. Autofahrer müssen sich zukünftig mit höheren Parkgebühren abfinden, zusammen mit einer Erhöhung der Hundesteuer sollen weitere Millionen in die Stadtkasse fließen.

Sparen bei Kultur und Verwaltung

Daneben will die Stadt als Anteilseignerin des Flughafen Münchens darauf drängen, dass der Airport im Erdinger Moos seine Gewinne wieder ausschüttet – auf rund 50 Millionen jährlich hofft die Koalition. Das der Stadt gehörende Schloss Kempfenhausen am Starnberger See soll verkauft werden.

Die städtischen Theater sollen Verwaltungsaufgaben, wo es möglich ist, bündeln. Das Deutsche Theater muss zukünftig kostendeckend arbeiten und die Münchner Friedhöfe werden weniger aufwendig gepflegt. In der Verwaltung gilt bereits ein Einstellungsstopp: Nur 40 Prozent der frei werdenden Stellen werden nachbesetzt, Diensthandys sollen, wo es geht, eingespart werden.

Insgesamt summieren sich die geplanten Einsparungen und Gebührenerhöhungen zunächst auf rund 221 Millionen Euro pro Jahr. Bis Ende der 2030er-Jahre sollen es 500 Millionen Euro jährlich sein. Die Münchnerinnen und Münchner müssen sich also auf weitere spürbare Sparmaßnahmen einstellen.

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