Nach dem Fund verdächtiger Stoffen am Dienstagvormittag im Chemieschaukasten eines Bayreuther Gymnasiums sind drei geplanten Sprengungen durchgeführt worden. Das teilte die Polizei BR24 am frühen Nachmittag mit. Spezialkräfte einer Technischen Sondergruppe waren für die kontrollierten Sprengungen auf einer Freifläche angefordert worden.
Sprengung: Instabile Chemikalien an Bayreuther Gymnasium
Ein Mitarbeiter des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums (MWG) hatte die verdächtigen Substanzen entdeckt und die Polizei alarmiert. Nach Einschätzung von Spezialkräften der Polizei seien die Substanzen "altersbedingt instabil" geworden. Ein gefahrloser Abtransport sei nicht möglich. Deshalb wurden kontrollierte Detonationen auf einer gesicherten Freifläche vorbereitet.
Bei den drei Einzelsprengungen kam es zu keinerlei Personen- oder Sachschäden, heißt es seitens der Polizei. Bei den Substanzen handelte es sich laut Polizei um Lösungsmittel, die aufgrund der Dauer der Lagerung teils eingetrocknet und bereits auskristallisiert waren. Hierdurch waren sie stoßempfindlich und nicht mehr transport- oder handhabungssicher. Eine kontrollierte Sprengung vor Ort war unumgänglich, heißt es weiter.
Keine Gefahr für Schüler, Lehrer und Umgebung
Die drei Gefäße wurden nach Angaben der Polizei in Erdlöchern auf dem Gelände der benachbarten Jean-Paul-Schule kontrolliert gesprengt. Schüler und Lehrkräfte waren wegen der bayerischen Pfingstferien nicht im Gebäude. Auch das nahe gelegene Bayreuther Volksfest sei nicht beeinträchtigt worden, sagte ein Polizeisprecher.
Noch vor der Sprengung waren Anwohner um den Volksfestplatz durch Polizeikräfte informiert und gebeten worden, Fenster geschlossen zu halten. Für die Dauer der Beseitigung der Substanzen waren die Königsallee sowie die Friedrich-Ebert-Straße kurzzeitig im betroffenen Teilstück gesperrt.
Zweiter Fall von "verdächtiger Substanzen" an dieser Schule
Bereits vor zwei Monaten, am 25. März, war an der gleichen Schule eine verdächtige Substanz gefunden worden. Damals musste das MWG komplett geräumt werden. Um die Gefährlichkeit der Substanz, die sich in einem verschlossenen Reagenzglas in einer abgeschlossenen Vitrine befand, zu klären, wurde sie von einer Technische Sondergruppe in München untersucht. Die Fachkräfte hatten sie zuvor in Bayreuth abgeholt. Für die Schulkinder und die Lehrer habe keine Gefahr bestanden.
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