Die einzige Hochseereederei Bayerns und damit die südlichste Hochseereederei Deutschlands sitzt in Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach. Sie ist derzeit nur indirekt von der Iran-Krise und den Blockaden an der Straße von Hormus betroffen. Das bestätigt der Chef von Minship, Matthias M. Ruttmann. Seine Schiffe sind überwiegend auf dem Atlantik unterwegs und transportieren Schüttgut wie Düngemittel, Kaolin, Linsen, Kichererbsen, Stahl oder Salze zwischen Europa, Süd- und Nordamerika.
Veränderungen bei Angebot und Nachfrage
Eines der Schiffe war allerdings kurz bevor der Konflikt im Iran ausbrach, unterwegs zur Straße von Hormus und drehte dann um, so Ruttmann. Die Iran-Krise bewertet er für sein Unternehmen "kurzfristig neutral bis positiv". Mittelfristig habe es dann Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft, sagt der Oberpfälzer Reeder. Es würden sich derzeit eingefahrene Handelsrouten verändern, es gebe Staus und Wartezeiten, damit würden auch Angebot und Nachfrage in der Schifffahrt steigen.
Steigende Preise und viele Diskussionen mit Kunden
Die Kosten für den Treibstoff seiner Schiffe seien um 50 Prozent gestiegen, aber er gebe das an seine Kunden weiter und führe mit diesen derzeit viele Diskussionen. Positiver Nebeneffekt: In Küstennähe müssen seine Schiffe spezielles marines Dieselöl verbrennen. Das sei inzwischen so teuer wie die Bio-Variante, deshalb greife er auf den speziellen Biodiesel zurück, der seine CO2-Bilanz verbessere. Ruttmann rechnet damit, dass die Diskussion über Regionalisierung nun wieder stark zunehme, also wo Rohstoffe herkommen, wo sie verarbeitet und wo sie konsumiert werden.
Das Familienunternehmen Minship in Schnaittenbach hat eine 51-jährige Geschichte. In der Firmenzentrale in der Oberpfalz arbeiten 30 Beschäftigte und koordinieren rund 26 Schiffe über den Atlantik. Am Standort in Hamburg arbeiten rund zehn Beschäftigte für Minship.
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