Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besucht das Carolus-Magnus-Gymnasium und nimmt an einer Podiumsdiskussion mit Schülerinnen und Schülern zu Europa-Themen teil.
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Iran-Verhandlungen stocken: Merz vermisst Exit-Strategie
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Iran-Verhandlungen stocken: Merz vermisst Exit-Strategie

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Merz über USA: "Ganze Nation gedemütigt durch iranische Führung"

Merz über USA: "Ganze Nation gedemütigt durch iranische Führung"

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA liegen auf Eis und das wirkt sich auf die Ölpreise aus. Kanzler Merz kritisiert das Fehlen einer Exit-Strategie der USA – und spricht von einer Demütigung durch die iranische Staatsführung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA stocken - und das wirkt sich erneut negativ auf den Ölpreis aus. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent kostet aktuell 108,28 US-Dollar und damit 2,81 Prozent mehr als am Freitag.

Straße von Hormus bleibt vorerst geschlossen

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig abgesagt – zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans. Die für den globalen Öltransport wichtige Meeresstraße von Hormus bleibt damit fast vollständig geschlossen. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios unterbreitete der Iran den Vereinigten Staaten ein neues Angebot für die Öffnung der Straße von Hormus. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. Der Ölmarkt bleibt jedenfalls skeptisch, da laut dem Bericht die Nuklearfrage erst später geklärt werden soll.

"An den Energiemärkten bleibt die Entwicklung im Nahen Osten das entscheidende Thema", sagte Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Solange sich keine Öffnung der Straße von Hormus abzeichne, dürfte der Preis für Rohöl der Sorte Brent ihrer Einschätzung nach über 100 Dollar verharren.

Merz glaubt nicht an schnelles Kriegsende

Irans Außenminister Abbas Araghtschi wird zwar am Abend zu Gesprächen mit Vertretern Pakistans erwartet, die im Konflikt zwischen den USA und dem Iran vermitteln, trotzdem glaubt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nicht, dass die USA den Krieg im Iran schnell beenden können. "Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern am sauerländischen Carolus-Magnus-Gymnasium in Marsberg im Rahmen eines EU-Projekttags. "Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen."

Merz: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung"

Die Amerikaner seien "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen", kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte Merz. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Die Situation ist nach Ansicht von Merz aktuell eine "ziemlich vertrackte Lage" und "kostet uns sehr viel Geld. Dieser Konflikt, dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung."

Deutschland will sich mit Minensuchbooten beteiligen

Deutschland hält sein Angebot aufrecht, mit Minensuchbooten dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet werden könne. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Kampfhandlungen vorher enden.

Mit Informationen von dpa

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