Ein etwa ein Zentimeter großer, präparierter Japankäfer auf einem Blatt.
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Der invasive Japankäfer ist mehrfach in Lindauer Gemeindeteilen nachgewiesen worden. Nun soll eine Quarantänezone eingerichtet werden.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Uli Deck
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Japankäfer am Bodensee entdeckt: Quarantänezone soll kommen

Japankäfer am Bodensee entdeckt: Quarantänezone soll kommen

Der invasive Japankäfer ist mehrfach in Lindauer Gemeindeteilen nachgewiesen worden. Nun soll eine Quarantänezone eingerichtet werden. Mit Fallen, Fadenwürmern und weiteren Maßnahmen wollen Fachleute seine Ausbreitung stoppen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Ein kleiner Käfer sorgt am Bodensee für große Sorge: Der invasive Japankäfer ist mehrfach in Lindauer Gemeindeteilen nachgewiesen worden. Um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern, soll in den kommenden Tagen nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eine Quarantänezone eingerichtet werden. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet (externer Link).

Der etwa einen Zentimeter große Käfer schimmert grün-metallisch und kann mehr als 400 Pflanzenarten befallen. Dazu zählen unter anderem Obstbäume, Mais, Gemüse und Zierpflanzen. Weil der Japankäfer in Deutschland kaum natürliche Feinde hat, kann er sich stark vermehren und erhebliche Schäden verursachen.

Mehrere Japankäfer östlich von Lindau entdeckt

Östlich von Lindau wurden in diesem Jahr mehrere Japankäfer in speziellen Pheromonfallen entdeckt. Daraufhin hat die Landesanstalt Mitte Juli mit weiteren Fallen und Kontrollen vor Ort geprüft, wie weit sich der Schädling schon ausgebreitet hat. Die Quarantänezone rund um die betroffenen Gemeindeteile soll ab Freitag offiziell ausgewiesen werden.

Innerhalb des Gebiets sollen besondere Regeln gelten, unter anderem für die Landwirtschaft. "Fahrzeuge und landwirtschaftliche Geräte müssen gründlich von anhaftender Erde befreit werden", erklärte eine Sprecherin der Landesanstalt.

Bekämpfung mit Lockstofffallen und Fadenwürmern

Bernhard Schäfer, Leiter des Instituts für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit im Julius-Kühn-Institut, beschreibt, wie die Schädlinge normalerweise bekämpft werden: Zunächst würden milde Maßnahmen angewendet und die Käfer etwa mit Lockstofffallen gefangen.

Befallene Grünlandflächen würden bearbeitet, sodass Larven in der Erde abgetötet werden. Zum Einsatz kämen oft auch Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, die die Engerlinge des Japankäfers töten können. Schäfer zufolge können im Einzelfall zudem gezielt Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, "um kleinräumig größeren Schaden zu vermeiden und die weitere Entwicklung der Population zu unterbinden". So lasse sich der Japankäfer bislang in Deutschland in Schach halten.

Von der Quarantäne zum Management

Manche invasive Arten werden nicht unter Quarantäne gestellt oder verbreiten sich trotz Quarantäne weiter. Dann gehen die Behörden zum Management der Arten über.

Der Waschbär wird zum Beispiel in Deutschland zwar bejagt, verbreitet sich aber weiter und lässt sich wohl nicht mehr aufhalten. Beim Management ist aus Naturschutzsicht vor allem der Schutz kleinerer Gebiete mit sehr seltenen Arten wichtig. Dort könnten Waschbären ein zusätzliches Problem darstellen, sagte Helge May vom Naturschutzbund NABU. "In diesem kleinen Gebiet guckt man dann vielleicht, dass man mal ein paar Waschbären wegfängt."

Bevölkerung kann invasive Arten melden

Wie genau die Maßnahmen gegen den Japankäfer in der Quarantänezone aussehen und was Bewohnerinnen und Bewohner beachten müssen, soll bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch in Weißensberg im Landkreis Lindau erklärt werden. Ziel der Quarantäne ist es, zu verhindern, dass sich der Japankäfer über die betroffene Region hinaus ausbreitet.

Die Nachverfolgung invasiver Arten ist eine staatliche Aufgabe. Bürgerinnen und Bürger können aber mithelfen. Wer auffällige invasive Pflanzen oder Insekten entdeckt, sollte möglichst einige gute Fotos der betreffenden Exemplare machen oder die Insekten einfangen und den regionalen Pflanzenschutzdienst informieren.

Mit Informationen von dpa und AFP.

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