Bayerns wichtigste Industriebranche, die Autoindustrie, steckt in einer tiefen Krise – Hersteller und Zulieferer stehen massiv unter Druck. Unternehmen bauen Tausende Arbeitsplätze ab. Die Sorgen um Jobs und Wohlstand wachsen.
Besonders deutlich wird die Krise in Ingolstadt. Audi will bis 2029 deutschlandweit bis zu 7.500 Stellen abbauen. Auch die Zulieferer geraten unter Druck. So baut auch Bosch in Nürnberg die Hälfte seiner Arbeitsplätze ab. Die Folgen treffen die gesamte Region – vom mittelständischen Betrieb über den Einzelhandel bis zu den kommunalen Haushalten.
Tarifverhandlungen in der Krise
Gleichzeitig beginnt am Mittwoch die neue Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld und sichere Arbeitsplätze, die Arbeitgeber warnen vor weiteren Belastungen für die Unternehmen. Die Verunsicherung ist groß und die Bürger erwarten Lösungen.
Streit beim Reformkurs
Doch ausgerechnet jetzt streitet die Bundesregierung über ihren Reformkurs. Bundeskanzler Friedrich Merz und die Union drängen auf tiefgreifende Veränderungen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die SPD will zentrale Reformvorhaben nachbessern und warnt davor, den Sozialstaat auf Kosten der Beschäftigten umzubauen. Während Unternehmen auf niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie und Entlastungen bei Steuern und Abgaben hoffen, fürchten Arbeitnehmer zusätzliche Einschnitte und den Verlust sozialer Sicherheiten.
Beim bundesweiten Aktionstag der IG Metall gingen deswegen rund 175.000 Beschäftigte unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ auf die Straße, davon mehr als 20.000 in Bayern. Allein bei Audi beteiligten sich über 5.000 Beschäftigte an einer Protestaktion.
Mitdiskutieren!
Wie kann Deutschland wieder wettbewerbsfähiger werden, ohne dass diejenigen die Zeche zahlen, die ohnehin schon um ihre Arbeitsplätze bangen? Was erwarten Arbeitnehmer und Arbeitgeber jetzt von der Politik? Müssen Beschäftigte weitere Einschnitte hinnehmen? Welche Verantwortung tragen die Autokonzerne für ihre Belegschaften und die Region? Und wie kann Bayern auch künftig ein starker Industriestandort bleiben?
Über diese und andere Fragen diskutieren bei "jetzt red i" Bürgerinnen und Bürger live in Ingolstadt mit Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, und Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Schreiben Sie uns Ihre Fragen, Forderungen, Wünsche und Beschwerden zum Thema. Als E-Mail an jetztredi@br.de oder diskutieren Sie hier mit oder in den sozialen Medien.
