In der Eishöhle Marktschellenberg schmilzt das Eis
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In der Eishöhle Marktschellenberg schmilzt das Eis

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Gefahr durch schmelzendes Eis: Schellenberg Eishöhle vorerst zu

Gefahr durch schmelzendes Eis: Schellenberg Eishöhle vorerst zu

Nicht nur die Gletscher schmelzen, auch in der Eishöhle in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land wird das Eis immer weniger. Aus Sicherheitsgründen wurde die Eishöhle nun für dieses Jahr früher geschlossen als sonst.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Es tropft an vielen Stellen in der Eishöhle im Untersberg. 2010 lag im Eingangsbereich - in der sogenannten Josef Ritter von Angermeier–Halle - das Eis noch fünf Meter höher. An diese Zeit erinnert noch die Wendeltreppe, die hinab in die Eiswelt führte und nun frei in der Felshalle steht.

Es herrscht mittlerweile Einsturzgefahr

Offensichtlich ist in den vergangenen Wintern immer weniger Lawinenschnee in die Höhle gefallen, sodass sich kein neues Eis mehr bilden konnte. Hinzu kommt, dass im Eingangsbereich häufig die Sonne hereinschneit und das Eis dann zu schmilzen beginnt. Das war gerade in diesem Sommer mit seinen extrem hohen Temperaturen der Fall. Dort, wo sonst die Führungen beginnen, hat sich nun ein Eisbogen gebildet. Und das ist der Grund, warum die Verantwortlichen des zuständigen Vereins für Höhlenkunde Schellenberg das Naturspektakel für dieses Jahr geschlossen haben.

Eigentlich hätten noch bis Ende des Monats Führungen stattfinden sollen. Doch der Eisbogen steht wie eine kleine Brücke über dem Weg. Auf der einen Seite wird der Bogen nur durch eine verhältnismäßig kleine Eissäule gehalten. Es sei sehr schwierig einzuschätzen, wie lange das Eis halte, erklärt der Vereinsvorsitzende Max Geiger und fügt hinzu, "ich glaube, das brauche ich keinem zu erklären, wenn ich mit 30 Besuchern in die Höhle gehe und das dann einbricht, dann wird natürlich dieser Rettungseinsatz extrem schwierig." Hinzu kommt, dass die Treppenstufen, die hier zum Anfang der Saison ins Eis geschnitten wurden, mittlerweile an einigen Stellen ziemlich abgeflacht sind und der Weg in die untere Eiswelt eher an eine glatte Rutschbahn erinnert.

Toni-Lenz Hütte hat noch offen

Auf der Internetseite des Vereins (externer Link) wird bereits darauf hingewiesen, dass die Höhle für dieses Jahr geschlossen ist. Sich im Vorfeld zu informieren, ist deshalb ratsam. Denn man braucht schon eine gewisse Kondition, bis man zu diesem Naturspektakel kommt. Von Marktschellenberg beträgt die reine Gehzeit laut Verein rund drei bis 3,5 Stunden - die Höhle liegt auf 1.570 Metern Höhe. Ein Aufstieg lohnt aber auch jetzt noch, denn die Toni-Lenz-Hütte hat noch bis Ende des Monats geöffnet. Von der Sonnenterrasse aus hat man einen weiten Blick in die Salzburger und Berchtesgadener Bergwelt, vorausgesetzt es ist nicht bewölkt.

Spannung vor der nächsten Saison

Der Verein hofft nun auf einen schneereichen und kalten Winter. Dann könnte sich wieder mehr Eis in der Höhle bilden. Auf der einen Seite sei es sehr traurig, das müsse man ehrlich sagen, meint Geiger, der die Höhle schon seit seiner Kindheit kennt und schon oft hier oben war. Auf der anderen Seite sei das aber auch ein klimatischer Wandel, den man durchlebe und das könne man den Gästen eindrucksvoll in der Höhle zeigen, wie er voranschreitet, fügt er hinzu.

Der Klimawandel hinterlässt vielerorts in den Alpen seine Spuren. Unabhängig von der aktuellen Sicherheitsfrage wird die Schellenberger Eishöhle seit vielen Jahren von Fachleuten aus Glaziologie und Geologie beobachtet, wie Geiger erzählt. Nun stehe die Eishöhle vor der Aufgabe, sich an die veränderten Gegebenheiten anzupassen. Dabei wolle man sowohl für Innovationen als auch für neue touristische Konzepte offen sein.

Dass die Höhle komplett eisfrei wird, glaubt er allerdings nicht. Tief unten in der Höhle, dort wo es nach wie vor kalt ist und auch die Sonne nicht hinkommt, liegt noch Eis und das schon seit Jahrtausenden, wie Geiger erklärt. Er beruft sich auf frühere Messungen. Davon können sich Besucher im nächsten Jahr selbst überzeugen, wenn Mitte Mai die Saison wieder beginnt.

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