Blick auf den Eingang zum Strafjustizzentrum, in dem sich unter anderem das Amtsgericht befindet.
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Bildrechte: pa/dpa | Stefan Puchner
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Jugendlicher unter Terrorverdacht – Anschlagsplan abgestritten

Jugendlicher unter Terrorverdacht – Anschlagsplan abgestritten

Ein Jugendlicher steht in Augsburg wegen schwerer Terrorvorwürfe vor Gericht. Zum Prozessauftakt hat die Verteidigung den Bau einer Kugelbombe eingeräumt – bestreitet aber, dass damit eine Synagoge angegriffen werden sollte.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Die Öffentlichkeit muss draußen bleiben: Seit Donnerstagvormittag verhandelt das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Augsburg unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Angeklagt ist ein Jugendlicher aus dem Landkreis Augsburg.

Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft ihm vor, mit dem sogenannten "Islamischen Staat" sympathisiert und einen terroristisch motivierten Anschlag vorbereitet zu haben. Die Verteidigung widerspricht diesem entscheidenden Punkt.

Bombe gebaut, Anschlagsabsicht bestritten

Zum Prozessauftakt ließ sein Verteidiger Moritz Bode eine Einlassung verlesen. Darin räumt der Jugendliche ein, die Kugelbombe gebaut zu haben. Er habe damit jedoch niemanden verletzen wollen. Die Bombe sei auch nicht für eine bestimmte Einrichtung gedacht gewesen. Nach Angaben seines Anwalts distanziert sich der Jugendliche vom IS und bestreitet ausdrücklich, jemals einen Angriff auf eine Synagoge geplant zu haben. Bereits vor Prozessauftakt erklärte Bode, sein Mandant hätte unter anderem zuletzt an Anti-Aggressionstrainings teilgenommen und arbeite an sich.

Staatsanwaltschaft sieht Vorbereitung eines Terroranschlags

Die Anklage zeichnet ein anderes Bild. Sie wirft dem Jugendlichen unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung sowie Sprengstoff- und Körperverletzungsdelikte vor. Nach Auffassung der Generalstaatsanwaltschaft sollte das gesammelte pyrotechnische Material einem Anschlag dienen. Ob sich dieser zentrale Vorwurf beweisen lässt, muss nun das Gericht klären.

Bei einer Explosion der selbstgebauten Bombe wurde der Jugendliche selbst schwer verletzt, ihm fehlen seither mehrere Finger. Außerdem erlitt ein weiterer Jugendlicher Verletzungen. Der Angeklagte sitzt seit längerer Zeit in Untersuchungshaft. Weil es sich um ein Jugendstrafverfahren handelt, findet die Hauptverhandlung nicht öffentlich statt. Für den Jugendlichen gilt die Unschuldsvermutung.

Wie Jugendliche in extremistische Szenen geraten können

Der Prozess lenkt den Blick auch auf die Frage, wie Jugendliche überhaupt mit extremistischen Inhalten in Berührung kommen. Dominik Rankl vom Stadtjugendring Augsburg sagt, Radikalisierungstendenzen seien in der offenen Jugendarbeit zwar selten. Gleichzeitig würden junge Menschen im Internet gezielt über Plattformen, Foren, Spiele und Apps angesprochen.

Auffällig könne es werden, wenn Jugendliche sich immer stärker zurückziehen, Kontakte verlieren oder kaum noch ansprechbar sind. Dann sei es wichtig, im Gespräch zu bleiben, zuzuhören und sich bei Bedarf Hilfe von Fachstellen zu holen. Entscheidend sei zudem, jungen Menschen Orte und Möglichkeiten zu geben, an denen sie sich einbringen und mit ihren eigenen Ideen gehört werden.

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