Er soll große Mengen an pyrotechnischen Gegenständen aufbewahrt und unter anderem einen Anschlag auf eine Synagoge geplant haben. Deswegen sitzt ein 15 Jahre alter Jugendlicher aus dem Landkreis Augsburg in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet unter anderem auf Terrorverdacht. Das teilte die Münchner Generalstaatsanwaltschaft als Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus mit. Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine" (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) über den Fall berichtet.
Jugendlicher zündete selbst gebastelten Sprengsatz
Die Ermittlungen gegen den Jugendlichen laufen bereits seit vergangenem Herbst. Die Polizei wurde auf den 15-Jährigen aufmerksam, nachdem er einen selbstgebauten Sprengsatz gezündet hatte, das bestätigte der Wahlverteidiger des Jugendlichen, Anwalt Moritz Bode. Der Teenager hatte sich dabei zwei Finger weggesprengt und Schädigungen an Gehör und Sicht davongetragen. Außerdem wurde ein Freund leicht verletzt.
Junge habe "gern mit Sprengstoff hantiert"
Später entdeckte die Polizei in der Garage an der Wohnanschrift des Jugendlichen drei Kilo Böller und weitere verdächtige Beweismittel auf dessen elektronischen Geräten. Laut Bode habe der Junge "gern mit Sprengstoff hantiert". Er sei damit "unter dem Radar" seiner Eltern durchgeflogen. Unklar sei, wie er an das pyrotechnische Material gekommen sei und dies finanziert habe, so Bode.
Seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft
Er sei in Fänge geraten, "die man so gar nicht registriert", erklärte Bode gegenüber dem BR. Damit spielt der Augsburger Anwalt auf Verbindungen zur Terrorgruppe "Islamischer Staat" an, die die Generalstaatsanwaltschaft München dem Jugendlichen vorwirft. Mit ihrer sehr "professionellen Vorgehensweise" würden derartige Gruppen häufig "unerfahrene Leute im Internet einfangen", so Bode. Der 15-Jährige, der laut seinem Anwalt Deutscher ist, sitzt seit knapp einem halben Jahr in Untersuchungshaft in einer oberbayerischen Justizvollzugsanstalt. "Ich halte das für eine sehr lange Zeit", so Markus Bode. Haftbeschwerden seien bislang aber abgewiesen worden. Wann und ob es zu einer Anklage kommt, sei noch nicht absehbar.
Ermittlungen wegen schwerer staatsgefährdender Gewalttat
Laut der Generalstaatsanwaltschaft München soll der Jugendliche mit der terroristischen Vereinigung des "Islamischen Staats" sympathisiert haben. Gegen ihn wird ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Tateinheit mit Terrorismusfinanzierung. Außerdem wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes erteilt die Generalstaatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Auskünfte. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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