Ob auch das evangelische "Sonntagsblatt" den Einsparungen der Landeskirche zum Opfer fällt, ist noch offen.
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Ob auch das evangelische "Sonntagsblatt" den Einsparungen der Landeskirche zum Opfer fällt, ist noch offen.
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"Kahlschlag": Landeskirche will bei Medienförderung sparen

"Kahlschlag": Landeskirche will bei Medienförderung sparen

Die Evangelische Landeskirche in Bayern unterstützt einen kirchennahen Presseverband mit einem Millionenbetrag. Damit soll ab nächstem Jahr Schluss sein. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Anstellung – und um die Zukunft von Kirche in den Medien.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Evangelische Landeskirche in Bayern (ELKB) will "auf veränderte finanzielle und mediale Rahmenbedingungen" reagieren, heißt es in einer Pressemitteilung von Ende vergangener Woche, und kündigt dem Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) eine bestehende Finanzierungszusage. Diese beläuft sich laut EPV-Direktor Roland Gertz auf 2,6 Millionen Euro im aktuellen Haushaltsplan der Landeskirche. Der umfasse insgesamt knapp eine Milliarde Euro.

"Kahlschlag" für Stimme der Kirche in den Medien

"Also 0,28 Prozent von diesen knapp einer Milliarde – das sind die Summen, über die wir reden", so Gertz am Montag vor Journalisten. Während die Einsparungen im Verhältnis zum Gesamthaushalt marginal seien, bedeute die einseitig beschlossene Aufkündigung der Finanzierungszusage einen "Kahlschlag" für die Präsenz von Kirche in den Medien. Auf dem Spiel stehe nicht nur die Zukunft der rund 50 EPV-Mitarbeitenden, sondern auch "als Kirche in der breiten Fläche und in der Gesellschaft sichtbar und reichweitenstark zu bleiben", so der EPV in einer vorab verschickten Stellungnahme.

Vor allem mit der Wochenzeitung "Sonntagsblatt" entstehe unter dem Dach des EPV eine der drei reichweitenstärksten evangelischen Kirchenzeitungen in Deutschland, betont Chefredakteur Helmut Frank am Montag mit Blick auf die 8.500 Auflagen starke Kirchenzeitung und deren Online-Präsenz. "Wenn das natürlich wegfällt – ja, vielleicht macht's jemand anderes weiter, aber es ist schon ein wichtiger Baustein", sagt Frank.

Kirchenzeitung steht auf dem Spiel

Ob die geplanten Einsparungen das Aus für das "Sonntagsblatt" bedeuten, ließ die Landeskirche offen. Laut ihrer Pressemitteilung sollen "effizientere Strukturen" im Bereich Medien und Kommunikation geschaffen werden. Dem EPV gegenüber habe man von einer Stabstelle mit nurmehr zwölf bis 25 Vollzeitkräften gesprochen. "Und alle Menschen, die bisher bei der Landeskirche bereits beschäftigt sind, sollen in der Landeskirche weiter beschäftigt werden", weiß Gertz. Gemeint seien vor allem die Rundfunkbeauftragten der Kirche und die Mitarbeitenden in der Pressestelle. "Und dann wird's natürlich relativ eng, wenn das schon 15 Leute sind."

Zusicherungen gab die Landeskirche bislang für ihre kircheneigene Rundfunkarbeit in den öffentlich-rechtlichen und privaten Medien sowie dem Evangelischen Pressedienst "als unabhängige Nachrichtenagentur", hieß es. Das geplante Aus für die Zuwendungen an den EPV hängt final an der Abstimmung der Landessynode, dem bayerischen Kirchenparlament. Die Synode kommt im November zusammen.

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