Ulrike Leininger arbeitet als Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Franziskus München. Die Nachricht aus Rom enttäuscht sie.
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Ulrike Leininger arbeitet als Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Franziskus München. Die Nachricht aus Rom enttäuscht sie.
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Keine Laienpredigt: Frust bei Katholikinnen und Katholiken

Keine Laienpredigt: Frust bei Katholikinnen und Katholiken

"Geht komplett an den Realitäten vorbei": Der Vatikan bleibt hart und lehnt ein Reformvorhaben deutscher Bischöfe ab, auch Frauen sonntags predigen zu lassen. Theologen fürchten den Beginn einer Reihe von Enttäuschungen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ulrike Leininger predigt regelmäßig in ihrer Pfarrei St. Franziskus in München. Dabei ist sie keine Priesterin: In der katholischen Kirche sind Frauen vom Weiheamt ausgeschlossen. Und trotzdem: Am Sonntagmorgen spricht Ulrike Leininger zur Gemeinde und legt die Bibel aus.

Entscheidung aus Rom löst Frust und Enttäuschung aus

Leininger ist Gemeindereferentin. Sie teilt sich den sonntäglichen Predigtdienst mit weiteren Mitarbeitern und ihrem Pfarrer, der auch ihr Chef ist. Für ihn ist es selbstverständlich, dass Laien predigen, also nicht geweihte Katholikinnen und Katholiken. Und für Leininger wird sich auch erstmal nichts daran ändern. Trotz der jüngsten Ansage aus Rom.

Wie die Deutsche Bischofskonferenz bekannt machte, hat der Vatikan eine Initiative der deutschen Bischöfe abgelehnt: Die Predigt in der Eucharistiefeier soll Priestern vorbehalten bleiben, so will es Rom. Der Bescheid löste bei vielen katholisch Engagierten Frust und Enttäuschung aus. Denn die Laienpredigt zu erlauben, war ein Anliegen der Reformbewegung Synodaler Weg gewesen. Laien, Frauen wie Männer, sollten gegenüber Priestern gestärkt werden. Und außerdem wollte man mehr Vielfalt bei den Predigten erreichen.

"Eine Ohrfeige für die Bischöfe"

Die Münchner Gemeindereferentin Leininger ist auch Sprecherin der Initiative Münchner Kreis, einer Reformgruppe. Sie sagt: "Ich sehe es als Ohrfeige für die Bischöfe, die um diese Reform gerungen haben." Und gleichzeitig sei es Wasser auf die Mühlen derjenigen, die sich hinter dem Kirchenrecht versteckten. Denn offiziell habe Rom nur das bestätigt, was das Kirchenrecht sagt.

Auch Christian Weisner zeigt sich enttäuscht, er ist Sprecher der sogenannten Kirchen-Volksbewegung 'Wir sind Kirche'. "Der Vatikan muss die Realitäten in den einzelnen Ländern beachten. Wenn wir wie im letzten Jahr nur 25 neu geweihte Priester haben, wenn wir überall Gemeinden schließen, dann tragen wir mit solchen Entscheidungen zur Verdunstung des Christentums und der katholischen Kirche in Deutschland bei."

Rom hält in seinem Schreiben dagegen: Eine Predigt in der Eucharistiefeier sei "dem geweihten Amtsträger anvertraut", heißt es, also dem Priester. Das ergebe sich aus dem Wesen der Liturgie. Das zuständige vatikanische Dikasterium stellt aber auch klar: Laien sei es nach wie vor erlaubt, außerhalb der Eucharistiefeier eine Predigt zu halten – zum Beispiel in reinen Wortgottesdiensten.

Ist die Ablehnung aus Rom ein Auftakt von Absagen für weitere Reformen?

Für den Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller ist klar, Rom habe mit dem Verbot der Laienpredigt gut qualifizierten Pastoralreferenten die rote Karte gezeigt. "Es geht komplett an Realitäten vorbei. Wir haben einen überalterten Klerus, wenn wir überhaupt noch Kleriker haben."

Nach Ansicht des Münsteraner Theologen könnten die deutschen Bischöfe auch Widerstand leisten, wenn eine Anweisung im eigenen Land nicht anwendbar sei. Denn Papst Leo XIV. sowie sein Amtsvorgänger Papst Franziskus vertraten die Meinung, Rom solle nicht alles zentral regieren. "Aber meine Erfahrung ist, dass die derzeitige Generation von Bischöfen weder den Mut noch die Kraft hat, einer solchen römischen Invektive wirklich zu widerstehen. Ich glaube nicht, dass sie da Widerstand leisten werden." Mit Blick auf den Synodalen Weg ist sich Schüller sicher, dass die Ablehnung der Laienpredigt erst der Auftakt verschiedener Enttäuschungen sei.

Auch für Gemeindereferentin Ulrike Leininger verliert die Kirche durch diese Absage noch mehr an Glaubwürdigkeit, aber vor allem auch an Vielfalt: "Wir haben so wenig Priester und wenn die Leute jeden Sonntag immer von derselben Person die Predigt hören, dann wird es immer enger und eintöniger." Zum Glück habe sie einen Vorgesetzten, der auf Vielfalt setze.

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