Reisschnapsflaschen mit eingelegten Kobras
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Kobras in Reisschnapsflaschen
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Kobras und Korallen: Verbotene Souvenirs am Flughafen München

Kobras und Korallen: Verbotene Souvenirs am Flughafen München

In der "Kammer des Schreckens" am Flughafen München sammelt das Hauptzollamt Souvenirs, die Touristen besser am Urlaubsort gelassen hätten. Denn wer verbotene Andenken mitbringt, riskiert nicht nur den Verlust, sondern auch hohe Geldbußen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Am Flughafen im Erdinger Moos gibt es einen Raum, den Insider als "Kammer des Schreckens“ bezeichnen. Dort sammelt das Hauptzollamt München kuriose, gruselige, gefährliche, vor allem aber verbotene Dinge – darunter jede Menge Souvenirs, die Urlauber unerlaubterweise mit nach Deutschland gebracht haben.

Gebratene Rohrratten und Kobras in Schnaps

Eine Umfrage im Terminal 2 zeigt: Ganz ohne Souvenir geht es für die meisten Urlauber nicht. Aber die Ansprüche sind in der Regel nicht allzu hoch: Eine Kappe, Kühlschrank-Magnete, ein "kleines Schmuckstück" – das sind die Mitbringsel, die sehr vielen genügen.

Freilich gibt es auch Leute, die aus dem Urlaub gebratene Rohrratten oder tote Singvögel mitbringen. In manchen Ländern sind das Delikatessen. Was in der Asservatenkammer des Zolls gleich ins Auge fällt, sind tote Kobras in kleinen Reisschnapsflaschen – angeblich ein beliebter Party-Gag aus Asien. "Uns ist mal eine Flasche runtergefallen", erinnert sich Sprecher Thomas Meister: "Das stinkt bestialisch."

Internationales Abkommen verbietet Tiersouvenirs

Unabhängig davon ist so ein Souvenir ohnehin tabu: Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (externer Link) darf man gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen nicht mitbringen. Das gilt auch für Waren, die daraus hergestellt wurden: etwa Schmuck mit Papageienfedern oder Elefantenhaar, Elfenbein-Produkte, Arzneimittel aus geschützten Kakteen oder Dekogegenstände mit Muscheln und Korallen.

Warnung vor "Fantasiezertifikaten"

Im Zweifelsfall können einfache Tests helfen: Meister fährt mit dem Finger über eine Landkarte aus Elefantenhaut. "Da spürt man so kleine Punkte", erklärt er, "das kann nicht aus Plastik sein". Davon abgesehen rieche die Karte auch nicht nach Plastik. Beteuerungen von Händlern, dass Waren unproblematisch seien, oder "Fantasiezertifikaten" sollte man jedenfalls nicht unbedingt glauben, rät der Experte: "Das böse Erwachen kommt dann beim Zoll."

Röntgengeräte und verdeckte Zollbeamte

Wer verbotene Gegenstände mit unschuldigem Blick am Zoll vorbeischmuggeln will, ist oft längst im Fokus der Kontrollbeamten. "Wir haben in der Gepäckförderanlage Röntgengeräte", verrät Meister. Wenn Reisende den Koffer vom Gepäckband nehmen, weiß der Zoll oft schon, was drin ist.

Daneben seien auch verdeckte Zollbeamte im Einsatz, "die bei speziellen Funden den Koffer begleiten", erklärt der Sprecher. Wenn die Besitzer dann trotzdem nicht den Ausgang wählen, an dem sie noch etwas verzollen könnten, werden sie zur Kontrolle gebeten. Dann ist das Souvenir weg, und zudem droht Bußgeld. Das können auch mehrere Tausend Euro sein.

1.300 Produkte beschlagnahmt

Rund 400 Zöllnerinnen und Zöllner arbeiten am Flughafen München – und auch mehrere Zollhunde, die zum Beispiel Rauschgift "erschnüffeln" können. 2025 wurden insgesamt fast 1.500 Kilogramm Drogen gefunden. In 110 Fällen wurde ein Verstoß gegen den Artenschutz festgestellt, und den Reisenden wurden fast 1.300 "Verarbeitungserzeugnisse" abgenommen.

Die Sammlung in der Asservatenkammer wird vor allem für interne Schulungen und Fortbildungen verwendet, aber auch für die Aufklärung in Kindergärten und Schulen oder von Besuchergruppen. Letztere sehen dann zum Beispiel auch eine Handtasche, die aus einem kompletten kleinen Krokodil samt Kopf gefertigt wurde. "Das ist schon bisschen ein älteres Exemplar", berichtet der Zoll-Sprecher. Schuhe aus Krokodil- oder Schlangenleder kämen zum Glück ebenfalls nicht mehr so häufig wie früher vor: "Das Bewusstsein der Reisenden ist schon besser geworden."

"Statt Andenken lieber Eindrücke sammeln"

Zur Falle können aber auch gefälschte Markenwaren werden. Wer nur für den Eigenbedarf etwas gekauft hat, hat vielleicht nichts Verbotenes getan – und bekommt womöglich trotzdem ein Problem. Thomas Meister holt einen Schuh aus dem Regel, der schon seit gut zehn Jahren in der Asservatenkammer ist und noch immer intensiv nach Kleber oder sonstigen Chemikalien riecht. So etwas könnte krebserregend sein, gibt er zu bedenken: "Man weiß nie, was drin steckt."

Der Experte rät deshalb, statt Andenken lieber Eindrücke sammeln. So hält es auch dieser Tourist, der gerade erst wegfliegt und eher weniger gekaufte Souvenirs mit heimbringen will: Das wären doch nur Staubfänger, sagt er, deshalb setze er lieber auf "Souvenirs im Kopf".

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