Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) im Gespräch mit einer Frau; im Hintergrund das Wahlergebnis auf eine Leinwand projiziert. Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hat die Stichwahl gegen Florian Freund (SPD) verloren.
Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) im Gespräch mit einer Frau; im Hintergrund das Wahlergebnis auf eine Leinwand projiziert. Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hat die Stichwahl gegen Florian Freund (SPD) verloren.
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Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hat die Stichwahl gegen Florian Freund (SPD) verloren.
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Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hat die Stichwahl gegen Florian Freund (SPD) verloren.

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Stichwahl: CSU-Amtsinhaber in Augsburg und Kempten abgewählt

Stichwahl: CSU-Amtsinhaber in Augsburg und Kempten abgewählt

Die Augsburger CSU-Oberbürgermeisterin Eva Weber hat die Stichwahl gegen Florian Freund (SPD) verloren. Auch in Kempten muss die CSU eine Niederlage einstecken: Dort hat sich Christian Schoch (FW) gegen Amtsinhaber Thomas Kiechle durchgesetzt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die CSU muss die Chefsessel in den Rathäusern von Augsburg und Kempten räumen: Florian Freund von der SPD ist neuer Oberbürgermeister von Augsburg. Er konnte in der Stichwahl 56,6 Prozent der Stimmen gewinnen und liegt damit klar vor der amtierenden Oberbürgermeisterin Eva Weber von der CSU. Sie erhielt 43,4 Prozent der Stimmen.

In Kempten setzte sich Christian Schoch (FW) in der Stichwahl mit 55 Prozent der Stimmen gegen CSU-Amtsinhaber Thomas Kiechle durch. Damit hat die CSU wichtige kommunalpolitische Posten in Schwaben verloren.

Eva Weber unterliegt in Augsburg

"Dieses Ergebnis muss man respektieren", sagte Weber als erste Reaktion auf ihre Niederlage - am Schluss habe es an der Mobilisierung gelegen: "Ich glaube, viele meiner Wählerinnen und Wähler haben nach dem ersten Durchgang gedacht, 14 Prozent Vorsprung sind ja super. Aber bei einer Stichwahl ist der Zeiger wieder auf Null. Es kommt drauf an, wer wen mobilisieren kann. Das ist der SPD besser gelungen."

Der künftige neue Augsburger Oberbürgermeister Florian Freund sagte im BR-Interview, ihn habe das deutliche Ergebnis selbst überrascht, mit diesem Vorsprung habe er nicht gerechnet. Man habe über den gesamten Wahlkampf die immer gleichen Botschaften gesendet: "Augsburg wieder in Ordnung bringen, Schultoiletten sanieren, Innenstadt begrünen und den ÖPNV wieder mit einem 5-Minuten-Takt versehen. Und das sind Botschaften, die die Menschen schon verstanden haben."

Jetzt gelte es, ein breites Bündnis im Stadtrat zu schließen, dafür werde er mit allen Demokraten Gespräche führen. Insbesondere bei den großen Themen Finanzen und Referentenwahl brauche es stabile Verhältnisse, so Freund.

CSU-Fraktionschef: "Bittere Niederlage"

CSU-Fraktionschef Volker Ullrich sprach im BR-Interview von einer "bitteren Niederlage für Eva Weber". Sie sei abgewählt worden, weil sie es nicht mehr geschafft habe, das Vertrauen der Augsburgerinnen und Augsburger zu erreichen. Der Grund in seinen Augen: "Die Vielzahl an Projekten, die nicht funktioniert haben in der Stadt, haben uns nicht genutzt sondern geschadet." Als Stichworte nennt er die Kostenexplosion beim Staatstheater und die Freilichtbühne, die als Veranstaltungsort wegen Baufälligkeit ausfällt. "Dafür haben wir heute die Quittung erhalten", sagte Ullrich.

Weber führte noch im ersten Wahlgang

In der schwäbischen Bezirkshauptstadt Augsburg hatte Oberbürgermeisterin Eva Weber vor zwei Wochen im ersten Wahlgang 34 Prozent der Stimmen geholt. Florian Freund bekam 19,9 Prozent der Stimmen beim ersten Durchgang. Nach der ersten Wahl sagte Weber, es habe nicht viele öffentlichkeitswirksame, gute Nachrichten gegeben, deshalb habe sie nicht so gut abgeschnitten. Als Beispiel nannte sie die teure Theatersanierung.

Amtswechsel in Kempten: Herausforderer Schoch gewinnt

In Kempten ist der amtierende OB Thomas Kiechle (CSU) abgewählt worden. Herausforderer Christian Schoch von den Freien Wählern holte in der Stichwahl 55,0 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor Amtsinhaber Kiechle. In Schwabens zweitgrößter Stadt endet damit eine Ära: 30 Jahre stellte die CSU den Oberbürgermeister in Kempten.

Der neu gewählte Kemptener Oberbürgermeister Christian Schoch (FW) war in Kempten vor dem OB-Wahlkampf kommunalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten. Allerdings ist der 42-Jährige im Rathaus kein Unbekannter: Von 2018 bis 2021 war Schoch Personalamtsleiter der Stadt. Derzeit arbeitet der zweifache Vater als Personalmanager bei einem Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie in Kempten.

Schoch nannte im Wahlkampf als seine zentralen Themen Sicherheit und Freiheit, eine effiziente Verwaltung und Klimaschutz mit Augenmaß. Er setzte bei seiner Kampagne mit dem Slogan "Frischer Wind für Kempten" klar auf eine Wechselstimmung in der größten Stadt im Allgäu. Es ist das erste Mal, dass die Freien Wähler in Kempten einen eigenen Kandidaten um das OB-Amt ins Rennen schicken. Bisher hatten sie immer den Kandidaten der CSU unterstützt.

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