Der Grünen-Politiker Krause schafft eine Überraschung in München
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Erfolge und Schlappen in Bayern – und eine Überraschung nebenan

Erfolge und Schlappen in Bayern – und eine Überraschung nebenan

CSU und Freie Wähler sehen sich bestätigt, die AfD ist ernüchtert, die SPD schöpft Hoffnung und die Grünen träumen – obwohl die meisten Ergebnisse der bayerischen Kommunalwahlen noch ausstehen. Eine Rolle spielt dabei auch der Blick ins Nachbarland.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Viele Wahlen bringen auch viele Resultate. 275 Abstimmungen über Landräte, Bürgermeister und Oberbürgermeister wurden schon am Sonntagabend ausgezählt – und so können sich Spitzenvertreter der im Landtag vertretenen Parteien aus der Datenfülle der Kommunalwahlen ihre Erfolgsergebnisse herauspicken.

Freie Wähler gehen von Verteidigung der Zahl der Landräte aus

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger rückt in seiner ersten Reaktion die Landratswahlen in den Fokus, wo die Freien Wähler "ganz gute Ergebnisse" hätten: "Es schaut so aus, dass wir die Zahl der Landräte mindestens verteidigen können."

Aus Sicht der SPD-Landesvorsitzenden Ronja Endres wiederum sind die Bürgermeisterwahlen "gar nicht so schlecht" gelaufen. Schwerer tut sich AfD-Landeschef Stephan Protschka, ein positives Fazit zu ziehen: "Wir wollten in ein, zwei, drei Kreisen vielleicht in eine Stichwahl kommen. So, wie es aktuell aussieht, sind wir tatsächlich weit abgeschlagen." Die AfD nehme es sportlich, versichert er.

SPD: Erfolgserlebnis in Coburg, Dämpfer in München

Die gebeutelte SPD schöpft Mut aus einzelnen Erfolgen wie beispielsweise in Coburg, wo der SPD-Kandidat bereits als Oberbürgermeister feststeht. Zudem verweist Endres darauf, dass es in mehreren großen Städten SPD-Bewerber in die Stichwahl geschafft haben. "Und wir werden München natürlich auch wieder holen."

Gerade das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in München ist aber durchaus ein Dämpfer für die SPD. Zwar ist Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) vorn, büßte gegenüber 2020 aber mehr als 12 Prozentpunkte ein.

"Grüne Welle" in Bayern?

Reiter geht in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause, der den CSU-Herausforderer Clemens Baumgärtner hinter sich ließ. "Ich freue mich so wahnsinnig, dass Dominik es geschafft hat", sagt Grünen-Landeschefin Gisela Sengl und macht mit Blick auf "einige" gewonnene Bürgermeister-Posten sogar eine "grüne Welle" in Bayern aus. "Wir sind nicht mehr in der Krise, heute ist wirklich der Tag der Trendumkehr."

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch sagt dazu dem BR: "Das kann man jetzt mit den bayerischen Kommunalwahlen pauschal noch nicht begründen." Aber Sengl habe bei ihrer Aussage zusätzlich auch die Landtagswahl in Baden-Württemberg im Blick gehabt.

In der Tat schwärmt Sengl später, Cem Özdemir habe im Südwesten gezeigt: "Die Grünen können Volkspartei." Daraus zieht die Landeschefin Zuversicht auch für den Freistaat: "Das könnte man genauso gut in Bayern machen." Fakt ist: Anfang des Jahres lagen die Grünen im BayernTrend bei der Sonntagsfrage mit 13 Prozent deutlich hinter CSU und AfD nur auf Rang drei.

"Kommunalpartei Nummer eins"

Für die CSU kommt am Wahlabend nicht Parteichef Markus Söder vor die Kamera, sondern Generalsekretär Martin Huber. "Wir haben aus dem ganzen Land sehr, sehr viele sehr gute Ergebnisse", betont Huber. "Dass es zu Stichwahlen kommt in größerer Zahl, als das bisher der Fall war, war klar. Das war abzusehen." Aber schon jetzt lasse sich festhalten: "Die CSU ist und bleibt die Kommunalpartei Nummer eins in Bayern."

Bis sich ein fundiertes landespolitisches Resümee ziehen lässt, wird es noch etwas dauern: "Jetzt muss man erstmal auf die Ergebnisse bei den Stadträten und Gemeinderäten warten", sagt dazu Politologin Münch. Insgesamt gab es bei den bayerischen Kommunalwahlen mehr als 4.000 einzelne Wahlen.

Insbesondere die Auszählung der Gemeinde-, Stadtrats- und Kreistagswahlen ist aufwendig und wird noch den einen oder anderen Tag in Anspruch nehmen. Erst dann wird auch ein landesweites Prozentergebnis nach Parteien vorliegen.

CSU-Hoffnung auf Hagel-Sieg enttäuscht

Für die CSU kommt eine der größten Enttäuschungen an diesem Wahlabend aber nicht aus Bayern, sondern aus dem westlichen Nachbarland. CSU-Chef Söder hatte sich im baden-württembergischen Landtagswahlkampf für den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel engagiert – in der Hoffnung, mit einem CDU-regierten Südwesten eine schwarze "Südschiene" schmieden zu können: Nach vielen Jahren "Grün" in Baden-Württemberg sei es mal wieder "Zeit für Schwarz", rief Söder auf dem CDU-Landesparteitag im Dezember in Heidelberg.

Erst beim politischen Aschermittwoch Mitte Februar hatte Söder einmal mehr gegen "linksgrüne" Politik gewettert, jetzt wird er sich wohl erneut mit einem grünen Ministerpräsidenten in unmittelbarer Nachbarschaft arrangieren müssen. In den vergangenen Wochen hatte Söder auch auf Social Media mehrfach für Hagel geworben. Am Wahlabend postet Markus Söder: nichts.

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