Die Kommunalwahl in Oberbayern ist nicht überall so ausgegangen wie erwartet. In gleich mehreren Städten und Gemeinden waren es besonders die Amtsinhaberinnen und -inhaber, die mit anderen Ergebnissen zurechtkommen mussten als erhofft - vor allem, aber nicht nur in der Landeshauptstadt. Andernorts lagen Kandidatinnen und Kandidaten bis auf wenige Stimmen gleichauf.
München: OB Reiter nur mit knappem Vorsprung in Stichwahl
Münchens OB Dieter Reiter (SPD) kommt laut vorläufigem Ergebnis auf 35,6 Prozent der Stimmen und muss gegen Dominik Krause von den Grünen in die Stichwahl. Krause kommt auf 29,5 Prozent und ist dem Amtsinhaber viel näher gekommen als erwartet. Immerhin hatte Reiter vor sechs Jahren mit knapp 48 Prozent der Stimmen die Stichwahl erreicht. Doch in den vergangenen Tagen waren ihm einige Fehler passiert.
Neuburg an der Donau: Landrat wird nicht OB
Peter von der Grün, bisher Landrat des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, wollte Oberbürgermeister in Neuburg an der Donau werden. Doch mit sieben Prozent der Wählerstimmen ist er chancenlos. Das Rennen macht in der Stichwahl entweder Gerhard Schoder von den Grünen mit bisher 38,5 Prozent der Stimmen oder Matthias Enghuber von der CSU, der bislang 32,7 Prozent bekommen hat und den man eigentlich vor Schoder erwartet hatte.
Fürstenfeldbruck: Dauer-Landrat muss in die Stichwahl
Überraschung auch im Landkreis Fürstenfeldbruck: Amtsinhaber Thomas Karmasin muss in die Stichwahl. Der 63-Jährige ist seit 30 Jahren im Amt, verfehlte aber nach dem vorläufigen Endergebnis mit 45 Prozent der Stimmen die Mehrheit. Nun muss er in zwei Wochen gegen die 39-jährige Journalistin und Autorin Ronja von Wurmb-Seibel antreten, die 21,7 Prozent bekam.
Garmisch-Partenkirchen: Bürgermeisterin abgewählt
In Garmisch-Partenkirchen kann Amtsinhaberin Elisabeth Koch (CSU) nicht weitermachen, obwohl sie sich um eine weitere Amtszeit beworben hatte. Sie kam nur auf 26,4 Prozent der Stimmen. Als Bürgermeister gewählt wurde mit 50,7 Prozent Daniel Schimmer von den Freien Wählern.
Chiemsee: Kein Gegenkandidat - trotzdem Stichwahl
In der Gemeinde Chiemsee stand nur ein Kandidat auf dem Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl, der amtierende Bürgermeister Armin Krämmer (Freie Wählergemeinschaft Chiemsee). Trotzdem bekam er nur 47,7 Prozent der Stimmen und schaffte die Wiederwahl im ersten Durchgang nicht. Der Grund: Über die Hälfte der Wähler schrieb eigene Namensvorschläge auf den Stimmzettel. Wer gegen Krämmer in der Stichwahl antreten soll, ist noch nicht bekannt. Die Gemeinde Chiemsee ist die kleinste Gemeinde Bayerns und liegt mitten im Chiemsee, auf der Herren-, Frauen- und Krautinsel.
Berchtesgadener Landrat wird Bürgermeister
An manchen Orten werden die Wünsche der Politiker dagegen wahr. Der bisherige Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, Bernhard Kern, wird neuer Bürgermeister in der rund 3.400 Einwohner großen Gemeinde Halblech im Landkreis Ostallgäu. Ohne offiziellen Gegenkandidaten kam Kern auf 90,1 Prozent der Stimmen, wie die Gemeinde mitteilte.
Raubling: Zwei Kandidaten fast genau gleich auf
In Raubling im Landkreis Rosenheim liegen die beiden Bürgermeisterkandidaten fast genau gleichauf. Michael Linnerer (CSU) erhielt 44,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, Franziska Pfaffenhuber (FW) ebenfalls. Linnerer bekam genau eine Stimme mehr als Pfaffenhuber; nun müssen beide in die Stichwahl.
Steinhöring: Sieger mit zwei Stimmen Mehrheit
Ähnlich knapp, aber mit anderem Ausgang, ging es in Steinhöring im Landkreis Ebersberg zu. CSU-Kandidat Christian Schächer und die bisherige Bürgermeisterin Martina Lietsch (FLS) liegen mit 50,0 Prozent exakt gleichauf. Weil aber Schächer zwei Stimmen Vorsprung hat, gewinnt er die Wahl. "Eine Stichwahl würde es nur bei exakt gleicher Stimmenanzahl geben", so die zuständige Wahlleiterin Kerstin Schönfelder. Da das Ergebnis so knapp ist, hätten sie in Steinhöring teilweise "zwei- oder sogar dreimal nachgezählt".
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