Symbolbild: Arzt und Patientin
Symbolbild: Arzt und Patientin
Bild
Krankenkassen zahlen Brustkrebs-Screening jetzt ab 45 Jahren
Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Audiobeitrag

Krankenkassen zahlen Brustkrebs-Screening jetzt ab 45 Jahren

Audiobeitrag
>

Krankenkassen zahlen Brustkrebs-Screening bald ab 45 Jahren

Krankenkassen zahlen Brustkrebs-Screening bald ab 45 Jahren

Bisher zahlten die Krankenkassen die Brustkrebsvorsorge für das Alter von 50 bis 75 Jahren. Jüngere Frauen mussten die Kosten selbst tragen. Der gemeinsame Bundesausschuss hat nun entschieden, die Altersgrenze für Frauen auf 45 Jahre abzusenken.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Rund 75.000 Frauen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Brustkrebs. Etwa jede sechste Betroffene ist jünger als 50 Jahre. Das sind laut Robert Koch-Institut rund 15 Prozent. Bisher haben die Krankenkassen das offizielle Mammografie-Screening zur Brustkrebsvorsorge nur im Alter von 50 bis 75 Jahren übernommen. Jüngere Frauen mussten die Kosten selbst tragen. Der gemeinsame Bundesausschuss hat nun entschieden, die Kosten auch für Frauen ab 45 Jahren zu übernehmen.

Neuregelung ab 1. August 2027 – Einladungen ab 2028

Der Beschluss wird noch von der Rechtsaufsicht im Bundesgesundheitsministerium geprüft. Gibt es keine Beanstandung, tritt die Neuregelung zum 1. August 2027 in Kraft. Frauen ab 50 Jahren erhalten bisher alle zwei Jahre über eine zentrale Stelle der Kassenärztlichen Vereinigung eine persönliche Einladung zum Mammografie-Screening. Die Untersuchung findet in spezialisierten medizinischen Zentren nach einheitlichen Qualitätsstandards statt.

Da sowohl die zentralen Stellen als auch die medizinischen Zentren ihre Prozesse erst noch an die Neuregelung anpassen müssen, können sich Frauen ab 45 Jahren voraussichtlich ab 1. August 2027 direkt bei ihrer zuständigen zentralen Stelle für einen Untersuchungstermin anmelden. Persönliche Einladungen erhalten sie dann voraussichtlich ab Januar 2028.

Studien zeigen: Mammografie-Screening ist wichtig

Studien belegen, dass das Mammografie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung ein Erfolg ist. Prof. Marion Kiechle, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde an der TU München, sagt dazu: "Wir haben einfach gesehen, dass die Karzinome tatsächlich durch das Screening in einem früheren Stadium entdeckt wurden. Es ist so, dass wir 82 Prozent der Tumore ohne Lymphknotenbefall jetzt entdecken und vor dem Screening waren es eben nur 57 Prozent."

Trotzdem nehmen nur ungefähr die Hälfte der berechtigten Frauen das Angebot des Früherkennung-Screenings wahr. Gründe dafür seien Angst vor einem schlechten Ergebnis oder einem Fehlalarm, so Kiechle. Trotzdem sei ihrer Ansicht nach die Mammografie bei Frauen ab 45 nach wie vor die beste Methode, um Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen – auch im Vergleich zu anderen Untersuchungsmethoden wie MRT und Ultraschall. Die Mammografie erkenne auch Tumore, die man noch gar nicht ertasten könne.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!