Kreatin-Kapseln (Archivbild)
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Macht Bayerischer Fußballverband "Schleichwerbung" für Kreatin?

Macht Bayerischer Fußballverband "Schleichwerbung" für Kreatin?

Kreatin: Besonders unter Kraftsportlern ist das frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel der Hype der Stunde. Dass aber der Bayerische Fußball-Verband den Stoff nun vehement promotet, könnte eher mit wirtschaftlichen Interessen zu tun haben.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Kreatin: Die Substanz versorgt Muskeln mit Energie, ist als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich und besonders in der Kraftsport-Szene inzwischen etabliert.

Auch wer die Website des Bayerischen Fußball-Verbands besucht, stößt schnell auf den Stoff (externer Link). Seitenlang wird über die Vorzüge der Einnahme des Stoffs im Breitensport doziert. Immer wieder erscheint prominent das Herstellerlogo eines bayerischen Kreatin-Herstellers.

Fragwürdige Partnerschaft

Was auf vielen dieser Seiten nicht erwähnt wird: Der Bayerische Fußball-Verband ist laut Webauftritt eine "Partnerschaft" mit dem Kreatin-Hersteller eingegangen. Das findet man, wenn man die Sponsorenseite durchscrollt; hier steht der Hersteller neben vielen weiteren Partnern.

Ob und wenn ja wie viel Geld der Verband dafür kassiert – dazu keine Auskunft. Stattdessen vermittelt der BFV Kooperationen zwischen dem Kreatin-Hersteller und Fußballvereinen.

"Kreatin-Test" ohne wissenschaftliche Standards

Der TuS 1878 Prien am Chiemsee hat über diesen Weg an einem Kreatin-Test teilgenommen. Die 1. Mannschaft bekam über mehrere Wochen kostenlos die Substanz zugestellt, viele Spieler haben sie eingenommen.

Im Anschluss konnten sie einige Fragen etwa zu Geschmack und Wirkung beantworten. Es gab keine Kontrollgruppe – aber der Anschein der Seriosität war gewahrt. Zitat: "Diese Ergebnisse zeigen: Die richtige Kombination aus Kreatin und Glukose kann auch im Amateurfußball einen echten Unterschied machen – für Leistung, Ausdauer und Erholung."

Geht es um die Erschließung eines lukrativen Marktes?

Kreatin ist bislang eher im Kraftsport eingeführt. Die Fußball-Community ist deutlich größer, allein im BFV sind 4.400 Vereine und rund 1,8 Mio. Mitglieder organisiert. Ein riesiger Markt. Entsprechend klingt das selbstgesteckte Ziel des Kreatin-Herstellers und der BFV Service GmbH, einer Tochter des BFV, auf das man nach längerem Surfen stößt: "Mit der Partnerschaft beim Bayerischen Fußball-Verband will man auch die Amateurfußballer/innen für das Thema Kreatin im Allgemeinen und Creapure im Speziellen sensibilisieren", heißt es in einem Eintrag von 2020 (externer Link).

Was der Verbraucherzentrale missfällt

Kreatin gilt als eines der am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmittel. Die Verbraucherzentrale Bayern bewertet das Mittel weitgehend positiv für Leistungssportlerinnen und -sportler. Der Stoff sei nicht das Problem – sondern die fehlende Transparenz von Seiten des BFV zu der Kooperation, sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Auf den entsprechenden Seiten des Fußball-Verbands wird nicht auf Sponsoring hingewiesen. "Unsere Kritik ist, dass der Beitrag auf der Website von einem offiziellen Sportverband redaktionell daherkommt und im Prinzip eine reine Werbung ist. Und das müsste gekennzeichnet werden, weil: Hier sind auf jeden Fall wirtschaftliche Interessen auch im Spiel", meint Krehl.

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Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern

Für Kinder nicht empfohlen

Wenn ein Sportverband wie der BFV, in dem bayerische Fußball-Vereine samt ihren Kinder- und Jugendmannschaften organisiert sind, in redaktioneller Form ein Nahrungsergänzungsmittel positiv hervorhebt, ohne darauf hinzuweisen, dass mutmaßlich von Seiten des Kreatin-Herstellers für den Inhalt gezahlt wurde, dann missbrauche das das Vertrauen der Mitglieder in die Institution.

Auch fehle es an Hinweisen, dass die Einnahme von Kreatin nicht für Kinder empfohlen wird. Das, so die Verbraucherzentrale, erwecke den Eindruck, man stünde den Sponsoren näher als den eigenen Sportlerinnen und Sportlern.

Der BFV äußerte sich auf Anfrage bislang nicht.

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