Wegen des Niedrigwassers mussten Helfer an der Donau in Niederbayern in den vergangenen Tagen mehrfach ein massenhaftes Fischsterben verhindern. Der Fischereiverein Straubing spricht von einer der schwersten ökologischen Krisen der vergangenen Jahrzehnte.
Frisches Wasser in Altwasserbereich gepumpt - Fische umgesiedelt
Der Fischereiverein, das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf und die Stadt Straubing pumpten mehrfach frisches Wasser in ein Donau-Altwasser bei Straubing, teilweise mit Hilfe von Feuerwehr und THW. Ein anderes Altwasser fischten die Helfer ab. Tausende Fische wie Rotaugen, Hechte und Karpfen brachten sie in ein anderes Gewässer, ebenso tausende Kaulquappen, Frösche, Molche und weitere Amphibien.
An manchen Altwasser-Bereichen an der Donau mit besonders niedrigen Wasserständen wurde frisches Wasser hineingepumpt.
Niedrige Wasserstände bedrohen Fischbestände
Zahlreiche Donau-Altwasser sind laut dem Fischereiverein Straubing trocken gefallen oder auf wenige Restflächen zusammengeschrumpft, in denen sich Fische und weitere Wasserlebewesen drängten. "Wir haben Wasserstände in diesen Altwassern von 60 bis 20 Zentimetern", sagte Vereinsvorstand Stefan Plendl dem BR. "Da ist natürlich das Problem, dass sich das Wasser enorm erwärmt und für die Fische zum Tode führt." Tägliche Messungen von Mitgliedern würden bedenkliche Temperaturen von über 30 Grad in manchen Gewässern ergeben. In den kommenden Tagen sind weitere Rettungsaktionen geplant.
"So eine Situation gabs noch nie"
Eine solche Situation habe man noch nie gehabt, so Vereinsvorstand Plendl. Ein Altwasser ist ein ehemaliger Flussarm, der durch natürliche Veränderungen oder Flussbegradigungen vom Hauptfluss abgetrennt wurde. Es ist meist nicht mehr dauerhaft mit dem Fluss verbunden und bildet ein stehendes oder nur zeitweise mit Wasser durchströmtes Gewässer. Altwasser sind wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten.
Der Fischereiverein Straubing sagt, die zunehmende Verschlammung dieser Altwasser muss gestoppt werden. Er fordert, den Zu- und Ablauf, also die Verbindung zur Donau, zu verbessern. Und tatsächlich scheint sich etwas zu tun: In den kommenden Wochen sollen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und der Stadt Straubing langfristige Lösungen für die Schutzgebiete Vogelau und Pillmoos erarbeitet werden.
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