Unter den Todesopfern auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff, das zuletzt vor dem Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praja unter Quarantäne lag, ist offenbar auch eine Frau aus Niederbayern. Laut einem Bericht der Mediengruppe Bayern handelt es sich um eine 78-jährige Frau aus Passau. Auf dem Schiff war das Hantavirus ausgebrochen.
Passauer Freundin bekam Nachricht von Reederei
Laut dem Bericht der "Passauer Neuen Presse" (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) wurde eine Freundin der Frau, ebenfalls aus Passau, von der Reederei informiert, dass die 78-Jährige auf der Krankenstation des Schiffes gestorben sei. Die Verstorbene hatte ihre Passauer Freundin als Kontakt für Notfälle angegeben. Das Auswärtige Amt bestätigte bisher nur, dass es sich bei einem der drei Todesopfer auf dem Schiff, um eine Person aus Deutschland handelt.
Spanien erlaubt Schiff in Hafen auf Kanarischen Inseln einzulaufen
Rund 150 Menschen – überwiegend aus Großbritannien, den USA und Spanien – harren seit Tagen auf der "Hondius" aus. Die Behörden von Kap Verde weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen. Der Inselstaat vor der Nordwestküste Afrikas sei nicht in der Lage, die Situation zu bewältigen. Laut WHO-Angaben wurden inzwischen sieben bestätigte oder vermutete Infektionen registriert. Darunter sind drei Tote, eine schwer erkrankte Person sowie drei weitere Passagiere mit milden Symptomen. Gestern Abend teilte der niederländische Kreuzfahrtveranstalter mit, dass zwei erkrankte Menschen an Bord sowie eine weitere Person in die Niederlande ausgeflogen werden.
Zudem wurde bekannt, dass Spanien jetzt dem betroffenen Kreuzfahrtschiff das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Auf den Kanaren sollen die Passagiere und Besatzungsmitglieder unter strengen Sicherheitsvorkehrungen untersucht, behandelt und in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.
Hantavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch selten
Normalerweise wird das Hantavirus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. In seltenen Fällen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Dies ist zum Beispiel bei dem in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm der Fall. Die "Hondius" hatte ihre Reise in Argentinien begonnen.
Labortests in Südafrika haben dies bestätigt. Bei einem nach Südafrika ausgeflogenen Passagier sei vorläufigen Testergebnissen zufolge der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen worden, gab Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi am Mittwoch bekannt.
Für die in Europa vorkommenden Hantaviren gilt: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach heutigem Wissen äußerst unwahrscheinlich. Deutschlandweit wurden im Jahr 2024 insgesamt 425 Fälle gemeldet. In Bayern verzeichnete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für das Jahr 2024 insgesamt 56 bestätigte Hantavirus-Fälle. Seit dem Jahr 2000 schwanken die jährlichen Zahlen im Freistaat zwischen 12 und 438 Fällen.
Im Video: Hantavirus: Welche Typen gibt es und welche sind gefährlich
Hantavirus: Welche Typen gibt es und welche sind gefährlich
Mit Informationen von Reuters
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