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Mehr Schüler, weniger Lehrer: Wie fit sind Bayerns Schulen?

Mehr Schüler, weniger Lehrer: Wie fit sind Bayerns Schulen?

Zum neuen Schuljahr 2026/27 steigen in Bayern die Schülerzahlen. Gleichzeitig gibt es keine zusätzlichen Lehrerstellen. Verbände kritisieren die Pläne des Kultusministeriums im Hinblick auf die PISA-Ergebnisse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

In Bayern beginnt am Dienstag für rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr 2026/27. Knapp 20.000 Kinder und Jugendliche mehr als im Vorjahr werden dann die Schulen besuchen – bei gleichbleibender Anzahl von Lehrerstellen. Denn für dieses Schuljahr gilt ein Stellenmoratorium.

Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) spricht trotzdem von einer "stabil aufgestellten" Unterrichtsversorgung. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), der Bayerische Philologenverband und der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) warnen hingegen vor Belastungen für die Schulen.

Stolz: "Es gibt auch gute Nachrichten."

"Natürlich ist es besonders herausfordernd in diesem Schuljahr", räumt Anna Stolz ein, "aber es gibt auch gute Nachrichten: Wir haben so viele Referendarinnen und Referendare wie lange nicht mehr, mit knapp 5.000, und es konnten fast alle Verträge jetzt zum Schuljahresbeginn besetzt werden." Auf bereits vorhandene Stellen wurden rund 4.100 Lehrkräfte eingestellt. Erst zum Schuljahr 2027/28 sollen zusätzlich 1.500 neue Lehrerplanstellen kommen.

BLLV kritisiert: "Kann doch nicht das Ziel in Bayern sein"

Der BLLV hält die Darstellung des Ministeriums für verharmlosend. Präsidentin Simone Fleischmann verweist auf mehrere Probleme: "Wir haben in Bayern die höchste Schülerzahl seit 15 Jahren. Wir haben die schlechtesten PISA-Ergebnisse, wir haben ein Stellenmoratorium. Wir kriegen nicht mehr Lehrer in die Schulen und sind insgesamt zu wenige. Da möchte mir mal einer sagen, was es heißt, eine stabile Unterrichtsversorgung zu haben, wie es die Ministerin formuliert. Das kann doch nicht das Ziel hier in Bayern sein."

Sondervermögen Bildung?

Viele Kolleginnen und Kollegen schafften "gerade das Pflichtprogramm“, Förderung komme zu kurz, so Fleischmann. Vor allem Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen würden nicht ausreichend erreicht. Der BLLV fordert deshalb ein Sondervermögen Bildung auf Bundesebene, "um Kinder zu fördern und den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden", so Fleischmann.

Budgetkürzungen "nicht als das neue Normal betrachten"

Auch der Bayerische Philologenverband kritisiert das Stellenmoratorium. Der Vorsitzende Michael Schwägerl sagt: "Wir haben weiterhin eine Budgetkürzung. Man darf das aber nicht als das neue Normal betrachten."

Ulrich Babl, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), konkretisiert die Folgen der Kürzung des Lehrerbudgets: "Je nach Schulgröße fehlen damit etwa ein bis zwei Vollzeitstellen beziehungsweise 30 bis 50 Unterrichtsstunden pro Woche." Die Lücke könne nur durch weniger individuelle Förderung, größere Klassen und Einschränkungen beim Wahlunterricht aufgefangen werden.

PISA-Krise bewältigen?

Zugleich verweist Schwägerl darauf, dass Schule bei der Bewältigung der PISA-Krise nicht allein gefragt sei: Ohne Veränderungen im Elternhaus und im Freizeitverhalten, etwa beim Medienkonsum, werde sich die Lesekompetenz kaum verbessern lassen.

Im Video: Ferienende - Personalsorgen zum Schuljahresbeginn

Am Dienstag beginnt in Bayern wieder die Schule.
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Am Dienstag beginnt in Bayern wieder die Schule.

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