ARCHIV - 21.06.2026, Baden-Württemberg, Unlingen: Hinter einem Thermometer geht am Morgen die Sonne auf. (zu dpa: «RKI: Schon knapp 800 Hitzetote im Südwesten») Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Hitze in Deutschland
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Mehr Tote – An Hitze "kann man sich nicht gewöhnen"

Mehr Tote – An Hitze "kann man sich nicht gewöhnen"

Rund 530 Menschen sind in Bayern laut Robert-Koch-Institut dieses Jahr an Hitzefolgen gestorben – mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Auslöser für einen Hitzetod ist aber meist nicht die Hitze allein, oft spielen auch andere Faktoren eine Rolle.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

"Außergewöhnlich heiß" war es Ende Juni laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in ganz Deutschland. Auch der EU-Klimadienst Copernicus zeigt: Der vergangene Juni war der heißeste, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Die zunehmende Hitze hat auch Auswirkungen auf hitzebedingte Todesfälle. Bundesweit seien bis Ende Juni rund 5.100 Menschen an Hitze gestorben, 4.310 davon allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni, so das RKI. In jener Woche wurden laut Deutschen Wetterdienst bundesweit Rekordtemperaturen erreicht.

Auch in Bayern sind die Zahlen gestiegen. Im Freistaat starben in diesem Jahr laut RKI im laufenden Jahr 530 Menschen an den Folgen von Hitze. 2025 waren es insgesamt 490 Todesfälle. Verglichen mit anderen Bundesländern gibt es in Bayern allerdings weniger Hitzetote.

Robert-Koch-Institut: Hitze oft nicht einziger Grund für Hitzetod

Auslöser für einen Hitzetod ist meist nicht die Hitze allein. Oft spielen auch andere Faktoren wie Vorerkrankungen eine Rolle, so das RKI. Hitze werde auf dem Totenschein also nicht als die Todesursache angegeben, schreibt das RKI in ihrem "Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität". Um das "Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle abzuschätzen", seien demnach statistische Methoden nötig.

Nicht nur Senioren verkraften Hitze schlecht

"An solche hohen Temperaturen kann man sich nicht gewöhnen", warnt Julia Hellmann. Sie ist Expertin für Hitzeschutz an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Kurzfristig könne man sich zwar akklimatisieren. Auf lange Sicht hat der Körper jedoch Grenzen, die es kaum zulassen, sich an extreme Temperaturen zu gewöhnen, so Hellmann.

Dennoch: Wie stark uns Hitze trifft, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel vom eigenen Gesundheitszustand oder dem Alter. Betroffen sind dabei vor allem ältere Menschen. Das zeigen auch die Zahlen des RKI. Der größte Anteil von hitzebedingten Todesfällen bundesweit liegt bei der Altersgruppe ab 75 Jahren. Aber auch Kinder und Jugendliche verkraften die Hitze oft schlechter, weil die Kühlmechanismen des Körpers noch nicht so ausgereift sind wie bei Erwachsenen, sagt Hellmann.

Hitze wird zunehmend Einfluss auf Alltag haben

Zunehmende Hitze werde außerdem einen größeren Einfluss auf unseren Alltag haben. Etwa Sport bei extremer Hitze zu betreiben, ist laut Hellmann eine "riesige Gesundheitsgefahr".

Hitze habe in Teilen auch Parallelen zur damaligen Corona-Pandemie, so Julia Hellmann. Das Haus nicht verlassen zu können oder, dass Veranstaltungen abgesagt werden, sind auch hier "massive Einschränkungen, auch in unserem sozialen Leben", sagt Hellmann. Damit wegen der Hitze nicht ein "Gefühl der Pandemie" entstehe, fordert sie zum Beispiel, dass Musterhitzeschutzpläne für Kitas, Schulen oder Krankenhäuser flächendeckend angewandt werden. Außerdem müssten diejenigen, die Hitzetipps geben, darauf achten, dass diese Tipps auch wirklich alltagstauglich und umsetzbar sind, so Hellmann.

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