(Archivbild) 30.06.2026: Bedrohliche Gewitterwolken am Himmel über der Kurstadt Bad Wörishofen (Bayern).
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Nach Temperaturen von bis zu 41 Grad schien die nächste Hitzewelle nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch das Wetter hat sich vorerst beruhigt.
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Nach Temperaturen von bis zu 41 Grad schien die nächste Hitzewelle nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch das Wetter hat sich vorerst beruhigt.

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Rekordsommer in Bayern: Warum die Hitze eine Pause einlegt

Rekordsommer in Bayern: Warum die Hitze eine Pause einlegt

Nach Rekordtemperaturen von bis zu 41 Grad in Bayern schien die nächste Hitzewelle nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch statt neuer Extremwerte hat sich das Wetter vorerst beruhigt. Warum die Hitze kurz pausiert und wann wieder über 30 Grad drohen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Dieser Sommer setzt Maßstäbe: Deutschland- und europaweit purzeln die Rekorde. Nach einer extrem heißen Wärmewelle Ende Mai kam der Hitzekracher Ende Juni, unvergleichlich in Sachen Andauer und Höchstwerte. Bis auf knapp 42 Grad stiegen die Werte im Osten des Landes, und auch in Bayern brachte es der 27. Juni auf bisher nie erreichte 41 Grad.

Danach kühlte es sich zwar ein wenig ab, doch schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die nächste extrem heiße Hitzewelle den Freistaat heimsucht. Bislang allerdings hält sich das heiße Wetter im Rahmen, länger als von manchen erwartet. Was also ist da los? Sind die meteorologischen Modellberechnungen etwa fehlerhaft?

Genauigkeit bei Wettvorhersagen nur kurzfristig optimal

Um es kurz zu machen: Nein, nicht wirklich. Das Ganze ist vielmehr eine Kombination aus unserer mittlerweile übersteigerten Erwartungshaltung an das Sommerwetter und den Grenzen einer Wettervorhersage.

So können wir zwar schon sehr exakt viele Tage im Voraus das Wetter berechnen. So richtig konkret geht es aber nach wie vor nur vier bis fünf Tage im Voraus. Die Genauigkeit nimmt dabei mit der Kürze der Vorhersagefrist zu. Bei der sogenannten Kurzfristvorhersage (bis zu drei Tage im Voraus) oder gar im sogenannten Nowcastbereich (Vorhersagezeitraum: wenige Stunden) liegt die Prognosegüte heutzutage in der Regel bei nahe 100 Prozent.

Neue Hitzewelle kommt - aber mit Verzögerung

Von daher waren die längerfristigen Aussichten auf eine neue Hitzewelle von vornherein mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Dass sie kommen wird, ist unbestritten. Doch was ihren Beginn betrifft, ergibt sich eine kleine Verzögerung.

Das liegt am typischen Verhalten des Hochs, das uns die Hitze beschert. Ein Hochdruckgebiet ist eine Region, in der Wolken und Niederschlag meist fehlen. In seinem Bereich sinkt die Luft nach unten und unterbindet die Wolken- und Regenbildung. In der warmen Jahreszeit herrscht dort meist wolkenfreies und klares Wetter. Es besteht in seiner Höhe zwar ganz aus warmer Luft (weil absinkende Luft sich erwärmt). Am Boden jedoch hat es – salopp gesagt – zwei Seiten: eine westliche wärmere und eine östliche kühlere.

Hochdruckgebiete sind oft träge - und lassen auf sich warten

Solange so ein Sommerhoch westlich von Bayern liegt, befinden wir uns also auf seiner östlichen, nicht so warmen Seite. Dann gelangt auf dieser Seite wie auf einer Rutsche mäßig warme oder gar kühlere Luft von der Nordsee zu uns. Da ein warmes Hochdruckgebiet sehr träge ist und sich nur wenig verlagert, kommt es oft vor, dass Deutschland längere Zeit auf der nicht so sommerlichen Ostseite des Hochs liegt.

Die Trägheit der Hochs wird bisweilen von den Modellberechnungen unterschätzt, daraus ergibt sich die leichte Verzögerung beim Eintreffen der nächsten "richtigen" Hitzewelle. Diese "Rutschbahn" auf der östlichen Seite eines Hochs sorgte übrigens in vielen Sommern des 20. Jahrhunderts für Enttäuschung. Denn solange das berühmte "Azorenhoch" bei den Azoren lag, waren wir in Deutschland eben auf seiner östlichen, kühleren Seite und steckten in Bewölkung und 18 Grad fest.

Ab Wochenmitte wieder deutlich wärmer

Nun kommt unsere gesteigerte Erwartungshaltung hinzu. Denn wir müssen feststellen, dass die momentane "Abkühlung" zwischen den Hitzewellen nicht wirklich kühl ist. Stattdessen liegen in Bayern die Temperaturen auch jetzt weiter häufig bei 25 Grad und mehr, und der Südwesten Deutschlands ragt nach wie vor in die Ü30-Grad-Hitze über Frankreich hinein. In früheren Jahrzehnten hätte die Ostseite eines Hochs uns in Deutschland gemäßigte 15 bis 23 Grad gebracht. Heutzutage ist das Ganze deutlich heißer, liegt auf dem Niveau der warmen Sommer früherer Jahrzehnte und wird trotzdem von manchen als "nicht heiß" erachtet.

Diesmal ist es so, dass sich die nächste Hitzewelle einschleicht, da sich das westeuropäische Hoch nur langsam zu uns bewegt. Aber ab der zweiten Wochenhälfte klettern wir wieder vor allem in Nordbayern auf andauernd über 30 Grad – und damit ist die nächste Hitze dann definitionsgemäß wieder bei uns.

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