LKW-Fahrer Tobias Wagner
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Tobias Wagner vor seinem Expeditionsmobil
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Mit dem E-Lkw um die Welt: Bayer plant Weltrekord

Mit dem E-Lkw um die Welt: Bayer plant Weltrekord

Als Trucker ist er zwei Jahre mit einem Elektro-Lkw quer durch Europa gefahren. Nun möchte Tobias Wagner einen Weltrekord aufstellen: einmal um die Erde und dabei nur 80-mal laden. Seine Weltreise beginnt auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Letzte Vorbereitungen für seine Reise: Tobias Wagner packt in seinem Heimatort Mühldorf Kochtöpfe, Proviant und Schneeketten ein. Noch nie hat jemand das unternommen, was er vorhat. Mit dem Elektro-Lkw einmal die Erde umrunden. Dafür ist sein Elektro-Nutzfahrzeug mit 800 PS Leistung umgebaut worden, erklärt er. An der Zugmaschine ist ein Wohncontainer befestigt. "Expeditionsmobil" nennt Tobias Wagner sein Gefährt. Damit will er jetzt ein Jahr lang auf Weltreise unterwegs sein.

In Bayern nicht möglich: Elektro-Lkw im Fernverkehr

Erst vor zwei Jahren ist der 33-Jährige von Mühldorf nach Ostfriesland gezogen. "Ich wollte Elektro-Lkw fahren und habe eine Spedition gesucht, die auch lange Strecken mit Elektro-Nutzfahrzeugen anbietet." In Bayern hat er die nicht gefunden, erzählt Wagner. In Ostfriesland schon. 200.000 Kilometer ist er seitdem mit verschiedenen E-Lkw-Modellen gefahren.

Hersteller bauen Elektro-Modelle

Das Angebot an batterieelektrischen Lkw-Modellen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Etwa zehn verschiedene werden allein von deutschen Herstellern gebaut. "In dem Bereich hat sich sehr viel getan, weil der fernverkehrstaugliche Elektro-Lkw locker auf Augenhöhe mit dem Diesel ist", erklärt Wagner. Für seine Weltreise nutzt Tobias Wagner ein in Rheinland-Pfalz hergestelltes Fahrzeug von Mercedes-Benz.

Nach zwei Jahren im Fernverkehr: Neue Herausforderung gesucht

Als Berufskraftfahrer war er bis jetzt in 24 Ländern unterwegs, um Waren abzuholen oder auszuliefern. "Ich habe in der Zeit bewiesen, dass man überall hinfahren kann. Es war nicht immer ganz einfach, aber alle Probleme waren lösbar", sagt er. Nach den zwei Jahren habe er überlegt: 'Was passiert jetzt?' Da es in Europa scheinbar keine Grenzen zu geben schien, kam ihm die Idee, "dorthin zu fahren, wo man vielleicht nicht weiterkommt".

Wenige Ladestationen in Zentralasien

Nach seinem ersten Stopp auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover will Wagner über die Türkei nach Zentralasien. "Dort könnte es schwieriger werden", vermutet er. Zum einen, weil vielleicht nicht überall Strom zum Laden verfügbar ist, zum anderen, wenn es um qualifizierte Werkstätten geht. "Wenn ich in Europa eine Panne habe, kommt innerhalb kürzester Zeit der Pannendienst. In Ländern wie Usbekistan oder Ecuador kann das länger dauern."

Nur 80-mal laden und einmal um die Welt

Wagner hat noch eine Herausforderung gesucht. Er möchte auf seiner Weltumrundung insgesamt nur 80 Ladestopps einlegen. Da sein Gefährt nur aus Lkw-Zugmaschine und Wohncontainer besteht und somit deutlich leichter ist als ein voll beladener Fernverkehrs-Lkw, hat er eine wesentlich höhere Reichweite. Im ersten Teil der Reise möchte er möglichst weite Strecken und den Akku ziemlich leer fahren. "Normal lädt man immer auf, wenn der Lkw steht", erklärt er. "Ich mache das ein bisschen anders, weil ich mir diese zusätzliche Challenge gesucht habe."

Statt Warentransport: E-Lkw als Expeditionsmobil

Waren von A nach B transportieren wird Tobias Wagner auf seiner Reise erst einmal nicht. "Das wäre natürlich interessanter, aber die unterschiedlichen Zollformalitäten hätten zu viel Zeit verschlungen", erklärt er. Ziel seiner Reise ist, herauszufinden, "was einerseits noch nicht gut funktioniert oder wo wir uns in anderen Ländern was abschauen können".

Außerdem möchte er über E-Mobilität im Nutzfahrzeugbereich aufklären. Die Vorbehalte gegenüber Elektro-Lkw sind in der Logistikbranche groß, beobachtet er. Am Ende gehe es aber immer um die Wirtschaftlichkeit. Die Betriebskosten seien dafür ein entscheidender Faktor. "Bei den aktuellen Strompreisen zahle ich für einen Elektro-Lkw zehn Euro auf 100 Kilometer. Da ist ein Diesel-Pkw teilweise schon teurer."

Ein Jahr unterwegs: Von Asien nach Amerika

Von Zentralasien wird Tobias Wagner weiter nach China fahren und dann mit dem Schiff nach Australien reisen. "Wenn ein Elektro-Lkw einmal um die ganze Welt fahren kann, dann sieht doch jeder, dass diese Fahrzeuge praxistauglich sind." Im Frühjahr 2027 will Wagner die USA erreichen und von da bis nach Brasilien fahren. Dann geht es mit dem Schiff zurück nach Europa. "Etwas zum ersten Mal zu machen, in einer Welt, in der schon alles gemacht und alles erfunden ist, ist was ganz Besonderes für mich", so Wagner.

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