Symbolbild. Ein Junge sitzt auf dem Flur in seiner Schule mit dem Rücken zur Wand und legt seinen Kopf zwischen seine Arme. Neben ihm liegt sein Schulranzen, Kinder laufen durch den Flur nach draußen.
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Ein Junge sitzt in der Schule am Boden.
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Mobbing: Wenn der Schulbesuch zum Horror wird

Mobbing: Wenn der Schulbesuch zum Horror wird

Das neue Schuljahr hat Mitte September begonnen. Schüler in ganz Bayern müssen täglich Mathe, Deutsch und Englisch büffeln. Für manche Jugendliche ist der Gang in die Schule jedoch der blanke Horror. Denn sie werden von ihren Mitschülern gemobbt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Mobbing ist leider Alltag an deutschen Schulen. Kinder und Jugendliche werden von ihren Mitschülern ausgeschlossen, ausgelacht oder gezielt und wiederholt beleidigt. Das kann zu starkem psychischem Stress, Angst, Traurigkeit und geringem Selbstwert führen. Manche schämen sich oder fühlen sich einsam, berichten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Holzkirchen dem BR.

Mobbing kann jeden treffen

Mobbing kann wirklich jeden treffen. Daniela Frey von der Brücke in München macht Konfliktbearbeitung an Schulen und sagt: "Das kommt gar nicht so sehr auf die Persönlichkeit an, sondern auf den Stand in der Gruppe. Das heißt, wenn ich in der Gruppe Freunde habe, vernetzt bin, dann wird mir tendenziell kein Mobbing passieren. Wenn ich aber alleine dastehe, dann hat das tendenziell Auswirkungen darauf. Heißt auch nicht, dass Mobbing passieren muss, aber es hat nichts mit der Persönlichkeit an sich zu tun."

Anzeichen sind vielfältig

Die Anzeichen für Mobbing bei Kindern und Jugendlichen können vielfältig sein. Und auch sehr unterschiedlich, weil jeder Mensch anders darauf reagiert. Es ist nicht leicht, für Eltern zu erkennen, ob ihr Kind von Mobbing betroffen ist. Manche Kinder ziehen sich in ihr Zimmer zurück, werden stiller, oder ruhiger. Manche reagieren jedoch völlig anders. Sie werden aggressiver, müssen, wenn sie aus der Schule zurückkommen, ganz viele Emotionen loswerden. Aber es kann auch unspezifische, körperliche Erscheinungen geben wie Bauchweh oder Schmerzen, die keinen medizinischen Grund haben.

Manche Kinder zeigen ihre Notlage aber auch durch einen plötzlichen Leistungsabfall in der Schule. Wenn Eltern vermuten, dass ihr Kind von Mobbing betroffen ist, sollte man zuallererst mit der Schule sprechen und seinen Verdacht äußern.

Not der Eltern und Schüler ernst nehmen

Ganz wichtig sei vor allem, wie Axel Kisters, Schulleiter am Gymnasium Holzkirchen, erklärt, dass man die Sorgen der Eltern ernst nimmt. Jede Schule hat in der Regel ein System, das sich bei einem Verdacht von Mobbing einschaltet. Dann kümmern sich Klassenleiter, Verbindungslehrer oder auch eine Schulpsychologin.

Wichtig sei aber vor allem, in einem Verdachtsfall Eltern und Schüler ernst zu nehmen und der Sache nachzugehen, sagt Kisters. Konflikte in Schulen oder Klassen sind grundsätzlich zwar normal. Ein Streit zwischen zwei Schülern ist auch nicht sofort systematisches Mobbing. Trotzdem berichten nach einer Studie des Robert Koch-Instituts (externer Link) 14 Prozent der befragten Lernenden von Erfahrungen mit schulischem Mobbing – als Betroffene und/oder als Mobbende.

Ganz wichtig ist nach Angaben von Daniela Frey, "dass es in so einem Mobbingsystem eigentlich keine Gewinner gibt. Jede Rolle ist anstrengend, keine Rolle in diesem System macht wirklich richtig Spaß. Das wird, glaube ich, den Kindern oft so übergestülpt, den Mobbingakteuren, dass sie das aus einem Sadismus heraus vielleicht sogar tun. Das ist nicht der Fall."

Werte definieren und Fehlverhalten sofort ansprechen

Für Eltern ist es vor allem wichtig, ihr Kind stark zu machen, ihm einen sicheren Raum zu bieten und das Gefühl zu geben, es wird geliebt, so wie es ist. Dann ist es eher in der Lage, Konflikte auszuhalten. Aber auch Klassenlehrer sollten in ihren Klassen einen Werterahmen für eine Klasse definieren. Laut Daniela Frey von der Brücke München ist es wichtig zu reagieren, wenn die Lehrer etwas sähen, was ihrem Werterahmen widerspricht, und das dann anzusprechen und zu sagen: "So möchte ich nicht, dass wir miteinander umgehen". Das sei die beste Prävention überhaupt gegen Mobbing.

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