Charlotte Knobloch, vielfach ausgezeichnete Holocaustüberlebende, bleibt Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKGM). Der neu gewählte Gemeindevorstand bestätigte die 93-Jährige am Montag bei seiner konstituierenden Sitzung einstimmig und ohne Gegenkandidaten im Amt, wie es in einer Mitteilung hieß.
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Auch Vizepräsident gewählt
Als Vizepräsidenten wurden der Unternehmer Yehoshua Chmiel, der dieses Amt bereits seit 2016 innehat, sowie der Jurist Michael Holland gewählt. Holland, Antisemitismusbeauftragter des Landkreises Dachau, gehört dem Vorstand nach seiner Wahl Anfang Juli erstmals an.
Das Präsidium und der Vorstand der Kultusgemeinde werden für jeweils vier Jahre gewählt. Die Mitglieder der IKGM hatten am 2. und 5. Juli über die Zusammensetzung des neuen Gemeindevorstands abgestimmt. Mit der konstituierenden Sitzung nahm das Gremium seine Arbeit auf.
Seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit
Knobloch steht seit 1985 ununterbrochen an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Sie gehört zu den profiliertesten Stimmen des jüdischen Lebens in Deutschland und setzt sich seit Jahrzehnten für die Erinnerung an die Schoah, den Kampf gegen Antisemitismus und den Erhalt jüdischen Lebens ein. Für ihren persönlichen und politischen Einsatz wurde Knobloch mit dem Bayerischen Verfassungsorden 2023 ausgezeichnet.
Die gebürtige Münchenerin hatte den Holocaust in Franken überlebt und war später in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Dort engagierte sich Knobloch später im Zentralrat, den sie von 2006 bis 2010 als dessen Präsidentin leitete. Von 2005 bis 2013 war sie Vize-Präsidentin des Jüdischen Weltkongresses.
Mit Informationen von KNA und dpa
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