Im Donauisar Klinikum im niederbayerischen Deggendorf ist ein Kind nach einem Kreuzotterbiss erfolgreich behandelt worden. Das bestätigt eine Sprecherin des Klinikums dem BR auf Anfrage.
Kind hatte nach Biss schwere Vergiftungserscheinungen
Die ADAC-Luftrettung hatte in Sozialen Medien öffentlich gemacht, dass die Crew des Rettungshubschraubers "Christoph1" aus Harlaching Ende Juni ein Antiserum aus der Toxikologie des TUM Klinikums Rechts der Isar in München nach Deggendorf geflogen hatte. Solche Einsätze seien selten, heißt es dort weiter.
Das Medikament sei dringend für die Behandlung eines Kindes gebraucht worden, das nach einem Kreuzotterbiss schwere Vergiftungserscheinungen gezeigt hatte: mit Kreislaufproblemen, niedrigem Blutdruck und einer starken Schwellung. Der junge Patient habe sich rasch erholt, weitere Angaben machte die Kliniksprecherin aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.
Schwere Krankheitsverläufe sind selten
Kreuzotterbisse sind selten. Im Donauisar Klinikum Deggendorf werden laut der Sprecherin pro Jahr ein oder zwei Fälle behandelt. Zunächst stehe die medizinische Überwachung und eine angemessene Schmerztherapie im Vordergrund. Schwere Verläufe seien selten, es könne dann zu Kreislaufproblemen, Atembeschwerden oder Gerinnungsstörungen kommen.
Nur dann werde ein Antiserum verabreicht. Es könne zu allergischen Reaktionen kommen, so dass Ärzte mit der Gabe solcher Medikamente zurückhaltend sind. Je früher ein Antiserum verabreicht werde, desto besser ist seine Wirksamkeit.
Lebensräume der Schlangen gehen verloren
Kreuzotterbisse sind in jedem Fall ein medizinischer Notfall, erklärt Reptilienexperte Paul Hien aus Straubing. Er forscht seit Jahren mit Kreuzottern. Ihr Bestand sei rückläufig, so Hien, weil Lebensräume der Schlangen verloren gingen. Begegnungen mit Menschen seien auch deshalb selten.
Dort aber wo Kreuzottervorkommen bekannt sind, sollte man bei Wanderungen im Gelände festes Schuhwerk tragen. In der Regel ziehen sich die scheuen und gut getarnten Reptilien bei Gefahr zurück. Nur wenn sich die Tiere bedroht fühlen, in die Enge getrieben oder berührt werden, verteidigen sie sich mit Bissen.
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