Zoodirektorin Jantschke im Augsburger Zoo.
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Die Augsburger Zoo-Chefin Barbara Jantschke geht nach 25 Jahren in den Ruhestand.
Bildrechte: BR/Barbara Leinfelder
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Nach bewegten 25 Jahren: Augsburger Zoo-Chefin geht in Ruhestand

Nach bewegten 25 Jahren: Augsburger Zoo-Chefin geht in Ruhestand

Nach rund einem Vierteljahrhundert an der Spitze des Augsburger Zoos verabschiedet sich Direktorin Barbara Jantschke. Zwischen Kritik und Erfolg hat sie den Tierpark grundlegend verändert – und blickt nun nach vorn.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Kaum ein Thema polarisiert so sehr wie Zoos. Für die einen sind sie Orte der Einschränkung, für die anderen Fenster zur Tierwelt. Genau zwischen diesen Positionen hat Barbara Jantschke über zwei Jahrzehnte lang den Augsburger Zoo geführt – und geprägt. Ende April geht die Zoodirektorin in den Ruhestand. Ein letzter Rundgang zeigt: Stillstand war für sie nie eine Option.

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Ein Start unter schwierigen Bedingungen

Als Jantschke 2002 die Leitung übernahm, stand der Zoo vor großen Problemen. Schulden, ausgelaufene Genehmigungen, organisatorische Defizite. Die vorherige Geschäftsführung hatte den Zoo in diese schwierige Lage manövriert. "Die ersten Jahre waren nicht einfach", sagt Jantschke rückblickend. Vertrauen musste erst aufgebaut werden, Strukturen ebenso. Doch die promovierte Biologin blieb dran. Schritt für Schritt modernisierte sie den Zoo – mit einem klaren Ziel: bessere Bedingungen für die Tiere.

Mehr Platz und mehr Nähe

Besonders prägend war der Umbau der Elefantenhaltung. Früher standen die Tiere angekettet auf engem Raum. Jantschke änderte das grundlegend. "Als ich sie das erste Mal ohne Ketten gesehen habe, hatte ich Gänsehaut", erinnert sie sich. Auch für Besucher schuf sie neue Erlebnisse: begehbare Anlagen, direkte Begegnungen mit Tieren. Bei Kattas geht es mitten durchs Gehege, Wasserbüffel lassen sich streicheln. "Die lassen sich gerne kraulen und finden das toll", sagt sie über die Büffel.

Unterstützung und Gegenwind

Unterstützt wurde vieles durch den engagierten Fördervereins des Zoos, der fleißig Spenden sammelte. Millioneninvestitionen flossen in neue Anlagen – insgesamt wohl rund 20 Millionen Euro. Doch auch Kritik blieb nicht aus. Tierschützer stellten Projekte infrage, wie etwa die Abgabe eines Pavians an ein Forschungsinstitut wurde scharf kritisiert. Oder auch das lange Zeit zu kleine Gehege der Schimpansen.

Ein geplantes Afrika-Festival löste sogar internationale Aufmerksamkeit aus. Der Vorwurf: rassistische Darstellung von Minderheiten. "Das hat mich belastet", sagt Jantschke. Drohbriefe aber auch Interviews mit internationalen Medien gehörten plötzlich zum Alltag. Dabei soll der Zoo für Artenschutz stehen, sagt Jantschke. Sie setze sich seit Jahren dafür ein, dass Artenschutzprojekt in den Herkunftsländern der Tiere im Augsburger Zoo dauerhaft unterstützt werden.

Ein letztes großes Projekt

Ihr Abschied fällt jetzt mitten in ein weiteres Großvorhaben: die neue Himalaya-Anlage. Schneeleoparden, rote Pandas und Steinböcke sollen hier künftig leben. Ein Symbol für den Wandel, den sie angestoßen hat.

Bis zu 10.000 Besucher kommen an guten Tagen in den Zoo. Ein Erfolg, der auch Jantschkes Handschrift trägt. Ihr Nachfolger Philipp Wagner, vom Allwetterzoo Münster, übernimmt Anfang Mai.

Und sie selbst? "Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen", sagt sie über den Ruhestand. Reisen will sie – etwa nach Madagaskar, um Affen zu beobachten. Der Zoo bleibt ein Ort der Debatte. Doch Jantschkes Vermächtnis zeigt: Veränderung ist möglich. Und sie wird weitergehen.

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