Nach einer Bissattacke im August darf der Biber in seinem Waldsee in der Gemeinde Schechen bleiben. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rosenheim hat den Fall geprüft und entschieden, dass eine Entnahme des Bibers aktuell nicht gerechtfertigt ist.
- Zum Vorbericht: Biber beißt Schwimmer: Wie geht es weiter mit dem Tier?
Der betroffene Schwimmer wurde zwar verletzt und ärztlich behandelt, es sei aber der erste bekannte Fall, bei dem ein Biber im Landkreis Rosenheim einen Menschen gebissen hat. Biber leben bereits seit mehreren Jahren im Waldsee, der schon immer intensiv von Badegästen genutzt wird. Zwischenfälle habe es bisher aber noch keine gegeben.
Keine Hinweise auf aggressives Tier oder menschliches Fehlverhalten
Laut der Naturschutzbehörde gebe es keine Hinweise, dass am Waldsee ein einzelner aggressiver oder auffälliger Biber lebt. Wenn die ganze Biberfamilie entnommen wird, müsse man damit rechnen, dass das Revier schnell wieder besetzt wird, weil in der Gegend sehr viele Biber leben.
Fest stehe aber auch: Der Schwimmer hat sich nach eigenen Angaben ruhig verhalten und ist auch nicht zu nah an die Biberburg geschwommen, was einen Angriff erklären könnte.
Hunde als mögliche Auslöser der Attacke
Es könne aber zum Beispiel sein, dass vorher Hunde am oder im Waldsee waren, die den Biber gereizt haben. Die Naturschutzbehörde schlägt der Gemeinde vor, dass bereits am Parkplatz Hinweisschilder aufgestellt werden, die auf den Biber aufmerksam machen und nochmal deutlicher auf das Hundeverbot während der Badesaison hingewiesen wird.
Erste Hinweisschilder hat die Gemeinde bereits kurz nach dem Biss Mitte August aufgestellt. Ein weiterer Vorschlag wäre außerdem, den Bereich des Sees mit der Biberburg zum Beispiel durch Bojen abzugrenzen.
Landratsamt: Naturschutz und Badebetrieb funktioniert
Am Waldsee, der in einem Schutzgebiet liegt, seien Naturschutz und Badebetrieb schon seit Jahren miteinander vereinbar und das soll auch in Zukunft weiter möglich sein, heißt es vom Landratsamt Rosenheim. Auch die höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern wurde bei der Prüfung eingebunden.
Der Natursee liegt im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet "Innauen und Leitenwälder", das zum europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000" gehört. Das Gebiet gilt als wichtiger Wanderkorridor für Tier- und Pflanzenarten zwischen Alpen und Donau. Der Waldsee wird nach Angaben des Landratsamts besonders auch von Früh- und Spätschwimmern genutzt.
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