Pakete packen und schleppen für venezolanische Erbebenopfer.
Pakete packen und schleppen für venezolanische Erbebenopfer.
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Pakete packen und schleppen für venezolanische Erbebenopfer - Organisator Alfonso Metamoros und Helferinnen.
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Pakete packen und schleppen für venezolanische Erbebenopfer - Organisator Alfonso Metamoros und Helferinnen.

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Nach Erdbeben in der Heimat: Münchens Venezolaner wollen helfen

Nach Erdbeben in der Heimat: Münchens Venezolaner wollen helfen

Seit dem schweren Erdbeben in Venezuela sind mehr als 3.500 Todesopfer bestätigt, viele Menschen werden noch vermisst. Venezolanerinnen und Venezolaner, die in München leben, sammeln verzweifelt für ihr Land.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Für die rund 6.000 Venezolaner, die in München leben, ist die Erdbeben-Katastrophe trotz der großen Entfernung ganz nah: Viele haben Freunde, Bekannte oder Verwandte verloren oder wissen nicht, ob diese noch leben. Nach Schock und Ohnmacht ist in München eine private Hilfsinitiative entstanden, die dringend benötigte Waren sammelt und nach Venezuela schicken will.

Enge Lagerhalle, volle Kartons

In einer engen, überhitzten Lagerhalle im Münchner Norden stapeln sich Supermarkt- und Drogeriewaren auf dem Boden. Dutzende Helferinnen und Helfer, fast ausschließlich aus der venezolanischen Community der Stadt, knien oder sitzen zwischen den Bergen aus Verpackungen. Sie schichten Hygieneartikel wie Feuchttücher, Windeln für Kinder und Erwachsene, Babynahrung, Konserven, Fertiggerichte, Pflaster, Medikamente und Bettwäsche in Kartons, die am Ende 20 Kilogramm wiegen sollen. Sie packen alles ein, was Menschen brauchen, deren Häuser oder Wohnungen beim Erdbeben eingestürzt sind und die nun auf der Straße leben müssen. Mehr als eine Tonne Hilfsgüter ist in München bereits zusammengekommen.

Gut vernetzte Venezolaner in München

Organisiert hat die Aktion Alfonso Matamoros, ein Hotelmanager mit venezolanischen Wurzeln, der seit einigen Jahren in München lebt. Die Bilder aus seiner Heimat lassen ihn nicht los. Er sagt, er habe es nicht ausgehalten, von München aus einfach nur zuzusehen. Von Sammelaktionen habe er eigentlich "keine Ahnung“ gehabt, erzählt er, aber er sei in der Exil-Community gut vernetzt. Rund 30 bis 40 Menschen helfen regelmäßig mit, weitere bringen Sachspenden vorbei. Matamoros ist entschlossen: Weitermachen, bis alle Pakete in Venezuela angekommen sind – und dann, falls nötig, die nächste Sammel-Runde organisieren.

"Ein Weg, mit den Bildern umzugehen"

Die Initiative ist für viele Venezolaner, die in München leben, mehr als eine praktische Hilfeleistung – sie ist auch ein Ventil. Viele fühlen sich, als hätten sie die Katastrophe aus der Ferne mit durchlebt.

So beschreibt Helfer Adrian Kuhnle-Rojas das Packen der Pakete als das Einzige, was ihm im Moment hilft, mit den Bildern vom Beben umzugehen. Er war das letzte Mal 2024 in Venezuela. Besonders die Videos, in denen noch lebende Babys aus Trümmern gerettet werden, lassen ihn nicht los. Er selbst hat ein kleines Kind; die Vorstellung, dass Familien unter diesen Bedingungen um das Leben ihrer Kinder kämpfen, treibt ihm Tränen in die Augen.

Alejandra Sanchez, eine Krankenschwester, wollte sofort ins Katastrophengebiet reisen, um vor Ort zu helfen – durfte aber nicht einreisen. Die Hilfsaktion in München sei für sie ein kleiner Weg, doch noch etwas zu tun, sagt sie. So könne sie zumindest aus der Ferne einen Beitrag leisten.

Lieber selbst etwas tun, als auf den Staat hoffen

Viele in der Community teilen außerdem eine tiefe Frustration über die politische Situation in Venezuela. Sie fürchten außerdem, dass Teile der Güter beschlagnahmt werden könnten, um sie dann zu verkaufen. Von der Regierung erwarten die Exil-Venezolaner in München kaum Unterstützung. Deshalb setzen sie auf private Initiativen und Netzwerke, um die Hilfe direkt bei den Betroffenen ankommen zu lassen. Sie arbeiten mit der Stiftung "Guarenas Repano" zusammen, mit denen die Münchner schon in den Jahren der Hungersnot gute Erfahrung gemacht haben, als sie Pakete nach Venezuela schickten.

Teurer Weg von München nach Venezuela

Die Solidarität der Münchner Venezolaner ist teuer, die Logistik ist der größte Kostenfaktor. Über eine Tonne Hilfsgüter muss von München zunächst nach Spanien transportiert werden, von wo aus ein Unternehmen die dringendsten Pakete per Flugzeug nach Venezuela fliegt. Weitere Sendungen sollen – langsamer, aber günstiger – per Schiff folgen.

Die Kosten für Transport und Abwicklung schätzt Alfonso Matamoros auf bis zu 18.000 Euro. Die Gruppe sammelt deshalb nicht nur Sachspenden, sondern auch Geld, um den Transport zu finanzieren: Den Weg nach Spanien, die Luftfracht, aber auch die Verteilung vor Ort.

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Ein Mann sichert einen Stapel gepackter Pakete mit durchsichtiger Folie. Auf einem der Pakete klebt eine venezolanische Flagge.

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