Am Tag nach dem Großbrand in einem Aschaffenburger Wohnblock stehen zwei große Container vor dem Haus. Darin: All das, was die Feuerwehrleute in der Nacht aus dem völlig verrauchten Keller geschafft haben – darunter schwarz verkohlte Möbel, ganze Bettgestelle, ein angekokelte Sammlung alter Audio-Kassetten, Planen und vieles mehr. Die schiere Menge an gelagerten Dingen hat dazu geführt, dass in der Nacht immer wieder neue Glutnester aufgeflammt sind und dann gelöscht werden mussten, berichtet Feuerwehrchef Mark Weigand. Noch immer hängt der beißende Brandgeruch in der Luft.
Großeinsatz der Feuerwehr und erste Bilanz
Bis halb fünf Uhr morgens waren rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz, erkundeten den 400 Quadratmeter großen Keller unter Atemschutz und mussten ihn mit Löschschaum fluten. Ausgebrochen war das Feuer am Dienstagnachmittag. Der Rauch dehnte sich unter anderem über Kabelkanäle und Rohre auch auf weitere Gebäude aus.
Wie die Polizei mitteilte, wurden durch den Brand zwölf Personen leicht verletzt. Die meisten von ihnen, darunter auch ein Feuerwehrmann, hatten den beißenden Qualm eingeatmet und mussten ambulant behandelt werden. Mehrere Kellerabteile brannten komplett ab. Der Sachschaden dürfte nach ersten vorsichtigen Schätzungen sechsstellig ausfallen.
Rettungsaktionen und Ermittlungen zur Brandursache
Die Feuerwehr rettete mehrere Personen über Leitern und Drehleitern aus dem betroffenen Gebäude, darunter Kleinkinder. Die Kriminalpolizei war am heutigen Mittwoch vor Ort und ermittelt zur Brandursache. Ergebnisse soll es in einigen Tagen geben.
Am Abend waren auch die beiden Nachbargebäude des erst 2019 fertiggestellten Wohnkomplexes vorsorglich geräumt worden. Einsatzkräfte der Malteser richteten in einer nahegelegenen Schule eine Notversorgung für die Bewohner ein.
Verkohlte Dinge aus dem Brand-Keller in Aschaffenburg.
Bewohner zwischen Schock, Improvisation und Erleichterung
Auch am Tag nach dem Feuer ist das komplette Gebäude noch ohne Strom und Wasser. Simone Kessler wohnt im Erdgeschoss in einer Nachbarwohnung. Sie hatte gestern zunächst vor allem Sorge um ihre Katze, die sie dann aber fand. Wie die anderen Bewohner wurden sie und ihr Mann am Abend in einer nahegelegenen Schule versorgt. "Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war schlimm. Aber es muss weitergehen", sagt die 58-Jährige. Die Nacht konnte das Ehepaar in einem kürzlich angeschafften Campingbus verbringen und sich dort versorgen und das Handy aufladen, erzählt sie.
Sanierung der Wohnungen und Blick nach vorn
Der Gebäudeeigentümer ist das städtische Wohnungsbauunternehmen "Stadtbau Aschaffenburg". Geschäftsführer André Kazmierski sagte BR24 heute, dass es dank der großartigen Unterstützung aus der Nachbarschaft und seiner Stadtbau-Kollegen gelungen sei, alle Menschen über Nacht anderweitig unterzubringen.
Kazmierski lobte dabei den großen Zusammenhalt in der Nachbarschaft in diesen schwierigen Stunden. Man wolle nun alles daransetzen, betroffene Wohneinheiten so schnell wie möglich zu sanieren. Die 13 bis 15 direkt betroffenen Familien würden bis dahin in Bestandswohnungen untergebracht.
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