Das 23-geschossige Arabellahaus in München ist 60 Jahre alt. Ursprünglich war geplant, es abzureißen – obwohl Fachleute kritisierten, dass der Abriss nicht der Idee der Nachhaltigkeit entspreche. Dazu kommt es nun nicht. Die Mieter müssen trotz der radikalen Kehrtwende bis Anfang 2030 ausziehen.
Arabellahaus München bleibt
Die Bayerische Hausbau, die Immobilientochter der Schörghuber Gruppe, hat verkündet, dass die Abrissbagger doch nicht anrollen werden. "Das Arabellahaus ist ein Stück Münchner Stadtgeschichte. Unser Ziel ist es, das Gebäude in eine neue Zeit zu führen – attraktiver, nachhaltiger und offener für die Menschen in München", sagt Stefan Bögl, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau Real Estate.
Wohnscheibe bekommt ein Auge und ein öffentliches Dach
Wenn die Sanierung wie geplant im Jahr 2034 fertig wird, dürfte das Arabellahaus wie neu aussehen. Und wohl auch auffallend anders. Ein Durchbruch zwischen dem 15. und dem 19. Stockwerk, von den Eigentümern "Auge" genannt, wird das Wahrzeichen des Arabellaparks genauso verändern wie eine Außenrolltreppenanlage, die das Dach künftig für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Ein Alpenblick für jedermann und gratis noch dazu, verspricht die Bayerische Hausbau. Auf der Dachterrasse sind begrünte Flächen, Sportanlagen und gastronomische Angebote geplant. Auch am Boden soll das Haus durch eine Passage und neue Wege rundherum für die Öffentlichkeit durchlässiger werden.
So soll das neue Arabella nach 2034 aussehen
Nachhaltigkeit steht jetzt im Fokus
Durch den Verzicht auf den Abriss will die Bayerische Hausbau das Klima schonen: Der Ausstoß von 20.000 Tonnen CO2 solle vermieden werden. In der Pressemitteilung der Eigentümerin heißt es weiter: "Die bestehende Struktur soll durch den Anbau einer neuen Gebäudeschicht, so genannter Regale, ergänzt und aufgewertet werden. Mit diesem innovativen Ansatz und dem Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur können große Mengen der vorhandenen Baumaterialien weiter genutzt werden."
Der Stadt-in-der-Stadt-Charakter des Arabellahauses soll erhalten bleiben. Die Mischung aus Wohnen, Geschäften und Dienstleistungsbetrieben samt Hotel soll auch nach 2034 das Haus prägen. Dabei wird die Wohnfläche sogar um ca. 16.500 Quadratmeter erhöht werden. Dabei wird laut Bayerischer Hausbau auch "preisgedämpfter Wohnraum" entstehen.
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