Diese Begegnung werden die beiden Österreicher so schnell nicht vergessen. Ein Landwirt und sein Schwiegervater konnten den Bären am Montagmorgen gegen 8 Uhr direkt von ihrem Hof aus beobachten, erzählt der Landwirt am Telefon. Der Bär sei auf einer steilen Wiese etwa 300 Meter entfernt gestanden, sie selbst wohnen auf etwa 1.000 Höhenmetern in der Gemeinde Thiersee im Bezirk Kufstein.
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Bär stellt sich auf Hinterbeine
Der Bär habe ein bisschen rumgesucht und sich sogar auf die Hinterbeine gestellt. Knapp zehn Minuten konnten beide Männer das Tier beobachten, bevor es im Wald verschwand. Der Landwirt informierte danach sofort den örtlichen Jäger und suchte mit ihm die Stelle ab. Weil der Boden so trocken und das Gras frisch gemäht war, konnten sie aber kaum Spuren finden, so der Bärenbeobachter.
Angst habe er keine, Sorgen machten ihm nur seine vier Kälber, die gerade noch am Hof seien, erzählt der Landwirt im Gespräch mit dem BR. Zur Sicherheit habe er die Tiere in der letzten Nacht im Stall untergebracht.
Warnung für Bevölkerung
Die Gemeinde Thiersee hat auf ihrer Webseite bereits eine Warnung veröffentlicht. Die Bevölkerung wird gebeten, Hunde im Freien an der Leine zu führen und keine Lebensmittelreste oder Abfälle liegen zu lassen, um keine Wildtiere anzulocken.
Es sei ratsam, momentan auf den Forstwegen zu bleiben und nicht mitten durch den Wald zu laufen, bittet der Thierseer Bürgermeister Rainer Fankhauser. Die Gemeinde habe am Montag sofort eine Sichtungsmeldung an das Land Tirol übermittelt und den Jägerverband informiert.
Jäger auf Spurensuche
Der Bezirksjägermeister befinde sich nun weiter auf Spurensuche im Wald. Es werde nach Haaren oder Exkrementen des Braunbären gesucht, um besser abschätzen zu können, wo das Tier unterwegs ist. Bisher seien keine weiteren Sichtungen und keine Risse bekannt. Sollte das in den nächsten Tagen so bleiben, hofft man in Thiersee, dass der Bär nur auf der Durchreise ist.
Bär auf dem Weg nach Bayern?
Von Thiersee aus erstrecke sich ein großes Waldgebiet Richtung Achensee und auch zum Spitzingsee oder Tegernsee im Landkreis Miesbach. Auch dorthin könnte der Bär unterwegs sein, mutmaßt der Bürgermeister.
Bärensichtungen seien in seiner Gemeinde bisher selten. Vor vier Jahren habe es in der Gegend Risse gegeben, die allerdings nachweislich von einem Wolf oder Schakal stammten. Im Gegensatz zu Bären seien Wölfe in der Region immer wieder ein Thema. Der letzte bekannte Bär in Thiersee sei tatsächlich der bekannte Braunbär Bruno gewesen, der vor 20 Jahren im Rotwandgebiet erschossen wurde.
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