Blick ins Regental.
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Blick ins Regental. Der LBV will mit einer Klage verhindern, dass hier Windkraftanlagen aufgestellt werden.
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Blick ins Regental. Der LBV will mit einer Klage verhindern, dass hier Windkraftanlagen aufgestellt werden.

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Naturschützer klagen gegen Windkraft-Projekt

Naturschützer klagen gegen Windkraft-Projekt

In vielen Regionen Bayerns sind bereits Gebiete ausgewiesen, in denen Windkraftprojekte Vorrang haben sollen. Im Landkreis Schwandorf ist nun ein Projekt außerhalb der vorgesehenen Windkraft-Vorranggebiete genehmigt worden. Dagegen klagt der LBV.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Der Wald auf dem Schwarzen Berg zwischen Teublitz und Nittenau im Landkreis Schwandorf ist für Christoph Bauer und Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) ein ganz besonderer Ort. Nach Osten hin fällt das Gelände steil ab, ins malerische Regental. Das hier sei keine Monokultur, "kein Stangerlwald", wie es Bauer nennt, sondern ein üppiger Mischwald, in dem seltene Tiere leben. Der Uhu zum Beispiel, auch viele Feuersalamander gibt es hier, sagt Stierstorfer. Vor einiger Zeit hätten er und seine Kollegen sogar einen Seeadler gesichtet, der hier im Wald nistet.

Seeadler nistet nahe der geplanten Windräder

Der Seeadler sei in Bayern beinahe ausgestorben gewesen. Es gebe in der südlichen Oberpfalz nur wenige Paare, sagt Stierstorfer, der schon als Kind in diesem Wald unterwegs war. Wo genau der Horst der Greifvögel liegt, verrät er nicht, weil das dutzende Vogelbeobachter anlocken würde, die den seltenen Vogel gerne vor die Linse ihrer Kameras bekommen würden. Trotzdem sollen hier zwei 260 Meter hohe Windkraftwerke gebaut werden. Dagegen klagt der LBV.

Kein Vorranggebiet, keine Windkraft?

Dem LBV geht es dabei nicht nur um die Vögel, die beim Bau und durch den Betrieb der Anlagen gestört oder verletzt werden könnten. Es geht den Naturschützern auch um eine grundsätzliche Frage: Dürfen Windkraftanlagen auch außerhalb der bereits festgelegten Windkraftvorrang-Flächen entstehen? In immer mehr Regionen Bayerns sind solche in letzter Zeit durch gesetzlichen Druck ausgewiesen worden. Innerhalb dieser Gebiete wird es leichter, Windkraftanalgen zu bauen. Außerhalb werden Projekte dagegen deutlich erschwert.

Das müsste aus Sicht des LBV auch für die Anlagen am Schwarzen Berg gelten. Der Wald sei wegen des Seeadlers sogar extra als Windkraftgebiet gestrichen worden, sagt Christoph Bauer. Dass hier jetzt trotzdem Anlagen gebaut werden sollen, stellt für ihn die aufwändige Regionalplanung in ganz Bayern in Frage. "Für uns als Naturschutzverband ist es wichtig, dass wir uns auf diese Vorranggebiete verlassen können. Wir wollen auch die Sicherheit haben, dass nicht irgendwo durch die Hintertür in noch sensibleren Gebieten weitere Anlagen entstehen.“

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Christoph Bauer und Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) sind gegen Windräder in sensiblen Naturregionen

Landratsamt: Genehmigung rechtens

Das Landratsamt Schwandorf sieht der Klage gelassen entgegen. Zwar war zum Genehmigungszeitpunkt schon bekannt, dass der Schwarze Berg kein Vorranggebiet werden soll. Allerdings war das noch nicht final entschieden, damit galten Windkraftanlagen im ganzen Landkreis noch als privilegiert. Das heißt, die Windräder standen ein Stück weit über dem Naturschutz. Auf die Tiere werde dennoch Rücksicht genommen, sagt der Sprecher des Landratsamts, Manuel Lischka. Zum Beispiel würden die Anlagen in der Brutzeit der Seeadler über Wochen abgeschaltet.

Mögliche Lösung: KI und Kameras

Darauf verweist auch Bernd Wust vom Projektentwickler "Wust - Wind & Sonne". Er könne sich auch vorstellen, ein KI-gestütztes Abschaltsystem einzurichten, das seltene Vögel wie den Seeadler mit Hilfe von Kameras beim Anflug erkennt und die Anlagen automatisch ausschaltet. Erste Systeme dieser Art seien bereits im Einsatz. Zudem habe seine Firma bereits auf eine Anlage, die besonders nahe am Horst der Seeadler gewesen wäre, verzichtet. Der Bürgerwindpark würde so nur noch aus zwei statt drei Windkraftwerken bestehen.

Verein sorgt sich um das Regental

Im benachbarten Regental sind viele Bewohner ebenfalls gegen das Projekt. Der Vorwurf: Das Landratsamt habe nach noch schnell Fakten geschaffen, bevor der finale Regionalplan das Windrad-Vorhaben am Schwarzen Berg wohl gestoppt hätte.

Claudia Koschel vom Verein Erholungsregion Regental sieht die landschaftlich wertvolle Gegend besonders betroffen. Durch die Anträge und Genehmigungen sei das Tal von insgesamt vier Windparks umgeben. "Wenn man hier steht und in jede Richtung blickend irgendeine dieser Anlagen sehen wird, dann ist das eine Umzingelung", sagt Koschel. Zumindest bei den Windrädern am Schwarzen Berg, nordwestlich des Regentals müssen nach der Klage des LBV nun Gerichte klären, ob sie gebaut werden dürfen oder nicht.

Im Video: Naturschützer wehren sich gegen die Windräder im Landkreis Schwandorf

Auf dem Bild ist eine Gruppe von drei Männern zu sehen, die im Kreis steht und miteinander diskutiert.
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Im Landkreis Schwandorf sollten zunächst keine Windräder gebaut werden. Nun sind dort trotzdem Windräder genehmigt worden

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