Der Bio-Supermarkt in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
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"Nur noch Gänsehaut": Bürger retten Bio-Supermarkt

"Nur noch Gänsehaut": Bürger retten Bio-Supermarkt

Die Sommerhitze hat in einem Bio-Supermarkt die Kühlung zerstört. Weil die Einwohner von Höhenkirchen-Siegertsbrunn aber sofort handelten, konnte der Besitzer seinen Laden retten. Fast 50.000 Euro wurden für die Reparatur gesammelt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Inzwischen liegen die Temperaturen in Oberbayern wieder deutlich unter 40 Grad. Nicht nur für Privathaushalte waren die Hitzewochen eine große Herausforderung – überall da, wo verderbliche Waren lagern, musste die Kühlung auf Hochtouren arbeiten. In einem Bio-Supermarkt in Höhenkirchen-Siegertsbrunn fiel allerdings an einem der heißesten Tage die Kühlanlage aus.

Geborstene Kühlungsleitung

Robert Neveling ist Besitzer des Bio-Supermarkts mitten in Höhenkirchen-Siegertsbrunn in der Nähe von München. Er hörte zuerst ein Zischen wie aus einer Espressomaschine, bei der die Düse nicht zugedreht worden war. Doch tatsächlich entwich unter der Käsetheke das zur Kühlung nötige CO2 aus einer geborstenen Leitung.

Das Leck entstand laut Neveling wohl durch die große Hitze – vor allem die Rückkühler, die sich auf Dächern befinden, seien für die Hitze nicht ausgelegt. Glücklicherweise habe man das Leck sofort entdeckt. Wäre das Ganze etwa im Keller passiert, hätte es niemand mitbekommen, sagt Neveling.

Verzweifelter Supermarkt-Besitzer

Nun konnte allerdings das CO2 in den Leitungen das Wasser, das die Temperatur regelt, nicht mehr richtig kühlen. Und von der Wasserkühlung werden Käsetheke, Wursttheke, Molkereiprodukte und die Tiefkühlkost versorgt, erklärt Neveling.

Dieser Kühlungs-Unfall war bei diesem Wetter der Super-Gau, sagt der Supermarktbesitzer. Fast alles musste weggeworfen werden, was nicht in eine extra Kühlhalle passte oder wo das Mindesthaltbarkeitsdatum ablief. Es blieb fast nichts zu verkaufen übrig. Dazu kämen noch riesige Kosten für eine neue Kühlung. Robert Neveling war verzweifelt, es wäre das Ende des Supermarkts gewesen. Doch die treuen Kunden waren schließlich Nevelings Rettung.

Solidaritätsaktion rettet Biomarkt

In einem riesigen Akt der Solidarität spendeten viele Einwohner aus Höhenkirchen-Siegertsbrunnen auf einer bekannten Spendenplattform im Internet. Kurz nachdem die Spendenaktion gestartet war, waren schon 20.000 Euro zusammengekommen. Und sogar ein vermeintlicher Konkurrent von einem großen Supermarkt spendete 5.000 Euro. "Aus Solidarität, weil wir keine Konkurrenz sind, sondern weil wir alle Versorger dieser Gemeinde sind", sagt Neveling.

Und so ging es immer weiter, inzwischen sind über 46.000 Euro zusammengekommen. Neveling kann es kaum fassen, wie groß die Hilfe im Ort ist: "Man hat keine Spucke mehr, man hat nur noch Gänsehaut."

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