Olivenöl gilt durch seine ungesättigten Fettsäuren als besonders gesund und ist eines der beliebtesten Speiseöle. Allerdings auch eines der teuersten. Das macht es zu einem beliebten Produkt für Lebensmittelfälscher, wie Daniela Krehl vom Referat für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bayern weiß: "Je wertvoller ein Lebensmittel wird, desto größer wird auch der wirtschaftliche Anreiz für Betrug." Durch die zuletzt deutlich gestiegenen Olivenölpreise infolge schlechter Ernten im Mittelmeerraum sei der Betrug noch lukrativer geworden.
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So wird bei Olivenöl getrickst
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich durch Schummelei mit Olivenöl Geld verdienen lässt. Lebensmittelchemiker Bertrand Matthäus vom Max Rubner-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, nennt drei Fälschungen. Die erste sei, die Herkunft des Öls umzulabeln, beispielsweise spanisches Olivenöl als italienisches Produkt im Premiumbereich zu verkaufen.
Die zweite Option sei die Beimischung preiswerterer Öle, sodass das Produkt gar nicht mehr aus reinem Olivenöl besteht.
Als dritte Art der Täuschung nennt Matthäus einen Trick, bei dem minderwertiges oder älteres Olivenöl mit Wasserdampf behandelt wird, um unangenehme Aromakomponenten zu entfernen. Damit könnten auch Öle, die die Kriterien eigentlich nicht erreichen, als hochwertiges Olivenöl verkauft werden. Denn Olivenöl ist per EU-Verordnung in verschiedene Güteklassen eingeteilt, die eigentlich die Qualität sichern sollen. Die höchste Klasse ist "Natives Olivenöl Extra", danach kommen "Natives Olivenöl", "Olivenöl" und "Oliventresteröl".
Kann gefälschtes Öl gesundheitliche Folgen haben?
"Nicht jede Täuschung bedeutet automatisch ein Gesundheitsrisiko. Wird beispielsweise ein hochwertiges Olivenöl durch ein günstigeres Pflanzenöl ersetzt, handelt es sich dabei vordergründig um eine wirtschaftliche Täuschung", so Verbraucherschützerin Daniela Krehl. Problematisch könne es aber werden, wenn nicht deklarierte Zutaten enthalten seien. Das sei für Menschen mit Allergien relevant.
Neben bewussten Täuschungen kann es bei Olivenöl auch zu unabsichtlichen Verunreinigungen kommen. Während der Produktion können Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Mineralölbestandteile ins Öl gelangen. Fällt das bei Kontrollen auf, müssen betroffene Produkte vom Markt genommen werden.
Wie kann ich erkennen, ob Olivenöl gefälscht ist?
Für Kundinnen und Kunden ist es schwierig einzuschätzen, ob mit dem Olivenöl alles stimmt. Der Geschmack kann ein Hinweis sein, gutes Olivenöl soll fruchtig und gegebenenfalls scharf und bitter schmecken. Dafür ist aber Erfahrung nötig. Bertrand Matthäus sieht darin ein Problem: "Viele Verbraucher möchten auch bei Olivenöl ein Produkt haben, was eher mild schmeckt. Da ist die Unterscheidung zwischen Olivenöl und einem anderen, raffinierten Öl, das nicht mehr seinen eigenen Geschmack hat, schon deutlich schwieriger."
Worauf kann ich beim Kauf von Olivenöl achten?
Trotzdem gibt es Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann. Skepsis sei angebracht, wenn ein vermeintliches Spitzenöl deutlich günstiger angeboten werde als vergleichbare Produkte, warnt Krehl.
Bertrand Matthäus rät von Angeboten an Straßen- oder Marktständen ab. Stattdessen empfiehlt er den Kauf direkt bei einer Ölmühle oder in Supermärkten, denn hier werde recht engmaschig kontrolliert. "Ich würde darauf achten, dass das Olivenöl aus einem Land kommt, also es nicht gemischt ist. Dann kann ich mir einigermaßen sicher sein, dass eine Ernte verwendet wird." Ansonsten rät er, auf geschützte Herkunftssiegel zu achten. Aber: "Auch das ist letztlich kein hundertprozentiger Schutz."
Olivenöl richtig lagern
Wer größere Mengen Olivenöl kauft, sollte sich um die richtige Lagerung bemühen, nur so bleibt der Geschmack erhalten. Lebensmittelchemiker Matthäus rät er zu einem "Bag in Box". Das sind Plastikbeutel in Pappkartons, wie man sie von Saft oder Wein kennt. "Das Prinzip sorgt dafür, dass bei der Ölentnahme keine frische Luft hineinkommt. Wenn ich einen ganz normalen Kanister nehme, kann ich den natürlich kühl lagern, das ist schon mal das Wichtigste. Aber wenn sich während der Entnahme von Öl aus dem Kanister der Luftraum immer weiter vergrößert, dann finden da sehr schnell Oxidationsprozesse statt." Diese Prozesse können dafür sorgen, dass das Öl seinen Geschmack verliert und mit der Zeit ranzig schmeckt.
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