"Sicher unterwegs" heißt die Kampagne, die MVG, Polizei und S-Bahn München am Freitag vorstellten.
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"Sicher unterwegs" heißt die Kampagne, die MVG, Polizei und S-Bahn München am Freitag vorstellten.
Bildrechte: Moritz Steinbacher
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ÖPNV in München: Infokampagne soll Sicherheitsgefühl stärken

ÖPNV in München: Infokampagne soll Sicherheitsgefühl stärken

München gilt als eine der sichersten Großstädte Deutschlands. Trotzdem: Besonders junge Frauen, die nachts mit Bus und Bahn unterwegs sind, fühlen sich laut einer Studie unsicher. Eine Infokampagne soll das nun ändern.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Die bayerische Landeshauptstadt gehört zu den sichersten Großstädten in ganz Deutschland. Das betont die Münchner Polizei immer wieder. Egal ob Hamburg, Berlin oder Frankfurt – überall sei das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, rund zweimal höher, so Polizeipräsident Thomas Hampel.

Unterwegs mit den Öffis: Subjektives Sicherheitsgefühl soll gestärkt werden

Trotz der positiven Zahlen aus der Kriminalstatistik fühlen sich aber einer Studie des Münchner Kreisjugendrings zufolge junge Frauen besonders im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) unsicher. Nun hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (DB) und der Münchner Polizei eine neue Informationskampagne entwickelt. Deren Ziel ist es, das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste in U-Bahn, Bus, Tram- und S-Bahn zu stärken.

"Sicher unterwegs" mit Infos zu Notrufmöglichkeiten

Kern der neuen Infokampagne "Sicher unterwegs" sind kurze Filme, die auf den Bildschirmen des Fahrgastfernsehens gezeigt werden. Darin wird den Fahrgästen erklärt, wie sie mit den Fahrern Kontakt aufnehmen können, wo überall Kameras montiert sind oder wo es in den Bahnhöfen Notrufsäulen gibt.

Was banal klinge, sei ziemlich wichtig, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. Denn die Marktforschung habe gezeigt, dass Fahrgäste, die in München mit dem ÖPNV unterwegs sind, diese Sicherheitseinrichtungen gar nicht so gut kennen würden. Deswegen die Aufklärung.

Kritik kommt vom KJR

Die neue Informationskampagne sei ein guter und richtiger Schritt, greife aber zu kurz, findet Theresa Baum vom Münchner Kreisjugendring. Ihrer Ansicht nach fehlen in den Filmen der Infokampagne konkrete Beispielsituationen, in denen gezeigt wird, ab wann Frauen beispielsweise den Notrufknopf in U-Bahnen oder Bahnhöfen drücken und damit auf Hilfe hoffen dürfen.

Auf die Kritik angesprochen versichert MVG-Chef Ingo Wortmann, dass solche konkreten beispielhaften Notsituationen in einem nächsten Schritt ebenfalls Teil der neuen Infokampagne werden sollen. Man dürfe immer sofort die 110 wählen, sobald man sich bedroht fühle, versichert Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel. Im Ernstfall seien durchschnittlich innerhalb von vier Minuten entweder die Polizei, die U-Bahnwache oder die DB-Sicherheit vor Ort.

Weniger Straftaten, aber mehr Respektlosigkeit

Obwohl laut Polizeipräsident Hampel die Zahl der Straftaten in München seit 30 Jahren rückläufig ist, bemerkt man nach Angaben von MVG-Chef Wortmann eine starke Zunahme von Egoismus und Respektlosigkeit unter manchen Fahrgästen. Das mache teilweise auch den eigenen Mitarbeitenden zu schaffen.

Schlagzeilen machte hier zuletzt der Fall eines DB-Zugbegleiters, der im Februar bei Kaiserslautern von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt wurde.

S-Bahn München: Bodycams für Fahrscheinkontrolleure

Aus diesem Grund wird derzeit der Einsatz von Bodycams für Fahrscheinkontrolleure in der Münchner S-Bahn geprüft, berichtet S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Bereits im vergangenen Jahr habe man die Bodycams getestet. In einem nächsten Schritt sollen dann Fahrscheinkontrolleure damit ausgestattet werden, wenn sie das wollen.

Einen Zeitrahmen nannte Büttner jedoch nicht. Auch die MVG hatte vor mehreren Jahren den Einsatz von Bodycams erprobt, dann aber wieder verworfen. Bislang, so der MVG-Chef, habe sich daran nichts geändert.

Forderung nach längerer Datenspeicherung

Bei der Vorstellung der neuen Infokampagne forderten sowohl Polizei als auch MVG eine längere Speicherung der Videos von Überwachungskameras an Bahnhöfen oder Zügen. Bisher sei das nur 48 Stunden möglich, viele Straftaten würden aber erst im Nachhinein bekannt. Deswegen würde eine längere Speicherung von bis zu einem Monat mehr Sinn machen, findet MVG-Chef Wortmann.

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