Traumblick über das Ilztal, spannende Historie und ein 6.375 Quadratmeter großes Grundstück. Jetzt ist die Halser Burgruine verkauft worden. Das hat die Passauer Makleragentur "Living Immo" am Mittwoch (14.10.2026) bekannt gegeben.
Kaufsumme unbekannt
Für welchen Preis die Ruine den Eigentümer wechselte, bleibt geheim. Beim Käufer handle es sich um einen "jungen sympathischen Herrn", heißt es von der Immobilienfirma. Er komme nicht aus Passau, habe aber bereits Erfahrung mit Denkmalschutzimmobilien. Der neue Burgherr habe auch Interesse an Aktionen oder Aktivitäten an dem Denkmal, konkrete Pläne habe er aber nicht genannt.
Hotel oder Café in Burg nicht denkbar
Die Burgruine bietet einen Traumblick über das Ilztal, eine spannende Historie und 6.375 Quadratmeter Grundstück – allerdings sind aus Denkmalschutzgründen An- und Ausbauten nicht möglich.
Zudem seien weder Übernachtungen erlaubt noch ein Café. "Möglich ist der Erhalt als Kulturdenkmal - immer mit der Behörde abgestimmt", so das Maklerbüro im Mai.
Verein will Ruine für Publikum öffnen
Andreas Zillner vom Verein "Grafschaft Hals wiedererleben" bemüht sich um einen Kontakt zum neuen Eigentümer. Zillner würde die Ruine gern der Öffentlichkeit zugänglich machen. "Endlich", dachte er, als er die Verkaufsanzeige im Frühjahr entdeckte. "Die Anlage ist vor ungefähr 25 Jahren vom Freistaat Bayern verkauft worden – für 19.000 Mark. Damals war ich zu jung", sagt Zillner.
Und auch heute war der Kauf zu teuer für seinen kleinen Verein. Zumal zu dem Preis noch Sicherungsmaßnahmen für die bröckelnde Ruine kommen. Ob er und der neue Besitzer zusammenfinden, bleibt abzuwarten.
Fast 1.000 Jahre alte Burg
Andreas Zillner beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte der Halser Burg. Er hat Bibliotheken und Archive in München, Passau und Landshut durchstöbert und Wissen zusammengetragen. "Das Erbe der Halser ist überall verteilt", sagt er und betont, wie bedeutend dieses Kapitel der Geschichte ist. Die historische Burg wurde 1072 erstmals erwähnt und war vom 12. bis 14. Jahrhundert ein bedeutender Herrschafts- und Handelsstützpunkt."
Zukunft der Ruine bleibt unklar
Christian Karl Frey, Direktor des Europäischen Burgeninstituts, warnt in einem BR-Interview im Mai jedoch davor, dass Ruinen im Erhalt oft viel teurer seien, als man denkt. "Wir unterhalten uns sehr viel mit Denkmalbesitzern, die uns fragen: Was sollen wir mit unserer Burg machen? Es gibt keine pauschale Lösung dafür", sagte Frey dem BR.
Es sei immer schwieriger, vernünftige Nutzungen für Burgen zu finden, so Frey. Denn nicht aus jeder Burg könne man ein Hotel oder Museum machen. Gleichzeitig schade der Klimawandel der historischen Bausubstanz auf unterschiedliche Weise.
Dieser Artikel ist erstmals am 14. Oktober 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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