Pläne für einen geplanten privaten Hubschrauber-Landeplatz im Schwadorfer Ortsteil Charlottenhof sorgen derzeit im Landkreis Schwandorf für Diskussionen. Während der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Schwandorf keine Einwände gegen die Baupläne hatte, kommt Kritik unter anderem von Naturschützern.
Naturschutzgebiet in der Nachbarschaft
Der Grund: Rund um den bestehenden Schwandorfer Flugplatz, an dessen Rand der umstrittene Landeplatz entstehen soll, liegt ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen schützenswerten Pflanzen- und Tierarten - darunter auch Vögeln wie der Fisch- oder Seeadler. Zudem müssten den Plänen zufolge rund 2.000 Quadratmeter Wald für den Landeplatz gerodet und versiegelt werden.
Sorge vor häufigem Lärm
Auch Anwohner aus den umliegenden Gemeinden haben große Vorbehalte gegenüber dem Projekt. So läge beispielsweise der Wackersdorfer Ortsteil Rauberweiherhaus in der Einflugschneise, heißt es. Bei mehr als 1.000 geplanten Flugbewegungen im Jahr, darunter auch am Wochenende und nachts, sind die Sorgen vor Lärmbelästigung groß.
Gutachten, die der Unternehmer in Auftrag gegeben hat, ergaben, dass der geplante Landeplatz weder umwelt- noch lärmschutztechnisch ein Problem darstellen würde. Dem widersprechen der Bund Naturschutz sowie die Bürgerinnen und Bürger von Rauberweiherhaus. Sie wollen gegen den Bau vorgehen und Stellungnahmen beim Luftamt Nordbayern einreichen, das am Ende entscheidet, ob das Bauprojekt umgesetzt werden darf oder nicht.
Warnung vor Parallelbetrieb am Flugplatz
Große Bedenken hat auch der Flugsport-Club Schwandorf, der der Betreiber des Flugplatzes ist, von dem - den Plänen zufolge - künftig Hubschrauber in Richtung Nürnberg, Regensburg, München, Innsbruck, Bozen und Florenz abheben sollen, um Menschen zu geschäftlichen Terminen zu bringen oder Geschäftskunden in die Region zu holen.
Das Unternehmen hinter den Plänen sei in einem Firmengeflecht unter anderem mit einer Helikopter-Firma aus Oberbayern verbunden. Dieser Umstand läßt den Vereinsvorstand kritisch auf die Pläne blicken. "Wir fürchten, dass ein Helikopter nur der Anfang ist", so Vorstand Andreas Wolf im Gespräch mit dem BR.
Ein Parallelbetrieb mit Kleinflugzeugen und Helikoptern an einem Standort wäre ein enormes Sicherheitsrisiko und deutschlandweit wohl einzigartig, so Wolf weiter. Er befürchte, dass der Helikopterbetrieb auf lange Sicht die Aktivitäten des Vereins einschränken würde.
Online-Petition gestartet
Als Betreiber des Flugplatzes fühle sich der Verein übergangen und zu wenig in die Planungen miteinbezogen, heißt es. Bereits vor einem Jahr sei der Unternehmer zwar mit seinen Plänen an den Club herangetreten. In einer internen Mitgliederumfrage hätten sich die Mitglieder damals aber klar dagegen ausgesprochen.
Mittlerweile wurde auch eine Online-Petition gegen den Bau des Landeplatzes ins Leben gerufen. Diese hatte zu Wochenbeginn (Stand 24.08.2026, 10 Uhr) bereits mehr als 450 Unterschriften.
Verfahren läuft beim Luftamt Nordbayern
Bis Ende August können noch Einwände und Stellungnahmen beim Luftamt Nordbayern abgegeben werden, das bei der Regierung von Mittelfranken angesiedelt ist. Auf eine BR-Anfrage hin hieß es vom Amt, luftrechtliche Verfahren wie dieses dauerten in der Regel etwa ein Jahr. Eingegangen war der Bauantrag demnach bereits Mitte Dezember 2025. "Falls Unterlagen nachgereicht werden müssen, kann dies zu Verzögerungen führen", so eine weitere Auskunft. Ein genauer Termin für eine Entscheidung in einem laufenden Verfahren könne daher nicht zuverlässig prognostiziert werden.
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