Ein Polizeihubschrauber auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst
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Für die Piloten der Bundespolizei ist der Messflug herausfordernd. Besonders auf Drohnen muss geachtet werden.
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Für die Piloten der Bundespolizei ist der Messflug herausfordernd. Besonders auf Drohnen muss geachtet werden.

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Strahlenmessung über Bayern: Hubschrauber üben für den Ernstfall

Strahlenmessung über Bayern: Hubschrauber üben für den Ernstfall

Tschernobyl hat gezeigt, wie schnell eine radioaktive Wolke Grenzen überschreitet. In Schwaben trainieren jetzt Strahlenschützer und Bundespolizei für den Ernstfall: Mit hochsensibler Technik und Messflügen in geringer Höhe.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Zwei Hubschrauber der Bundespolizei landen auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst. Sie sind vollgepackt mit hochempfindlicher Messtechnik. Aus rund 90 Metern Höhe können Fachleute wie Michael Thomas vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) radioaktive Strahlung großflächig erfassen. Nach dem ersten Übungsflug über dem Allgäu kann er Entwarnung geben: "Aktuell haben wir natürlich nur die natürlichen radioaktiven Stoffe gemessen und keine Gefährdung gefunden", sagt Thomas.

Im Normalbetrieb registrieren die Geräte lediglich die natürliche Hintergrundstrahlung. Im Ernstfall, etwa nach einem Reaktorunglück wie in Tschernobyl oder einem anderen Unfall in einem Kernkraftwerk, werden die Messdaten jedoch zur Grundlage zentraler Entscheidungen.

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Die Technik für die Strahlenmessung ist in den Hubschrauber eingebaut.

Grundlage für Evakuierungen und Schutzmaßnahmen

Vom Hubschrauber aus lässt sich schnell feststellen, wo radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangt sind und um welche Mengen es sich handelt. Das ist auch für Deutschland relevant, obwohl hierzulande keine Atomkraftwerke mehr am Netz sind: Radioaktive Wolken machen an Grenzen keinen Halt.

"Im Ernstfall möchte man wissen, wo es hohe Kontaminationswerte gibt", erklärt Strahlenschützer Thomas. "Wo muss man gegebenenfalls evakuieren, wo andere Maßnahmen einleiten? Im radiologischen Zentrum können die dann entsprechend Entscheidungen treffen: ob irgendwelche Evakuierungen notwendig sind oder Lebensmittel anders behandelt werden müssen, die auf dem Acker sind. "

Die Hubschrauber-Teams können in drei Stunden eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern abfliegen. Eine Fläche etwa doppelt so groß wie der Starnberger See. Systematisch werden die Gebiete abgedeckt, um ein möglichst genaues Bild der Lage zu bekommen.

Anspruchsvolle Flüge in niedriger Höhe

Für die Piloten der Bundespolizei sind die Messflüge alles andere als Routine. Geflogen wird auf 90 Metern Höhe, um präzise Daten zu erhalten: "Wir wollen natürlich auch genaue Messergebnisse erfliegen, das heißt, wir achten besonders auf die Flughöhe, auf die Geschwindigkeit", erklärt Pilot Hannes Buß. Gleichzeitig hätten sie mögliche Hindernisse im Blick: "Drohnen zum Beispiel ist ein ganz aktuelles Thema. Das macht es dann in der Summe anspruchsvoll", erklärt er.

Kommt es tatsächlich zu einem radiologischen Notfall, müssten die Hubschrauber dorthin fliegen, wo die Strahlung am höchsten ist. Einen echten Ernstfall hat die Einheit bislang nicht erlebt. Im Umfeld von Tschernobyl waren die Teams aber bereits im Einsatz: Sie halfen bei der Neukartierung der Sperrzonen rund um den Unglücksreaktor.

Strahlung im Blick – Sicherheit für die Besatzung

Damit die Flugbesatzungen selbst nicht unnötig Strahlung ausgesetzt sind, überwacht das Team die Werte ständig. "Wir machen uns vorher Gedanken und haben entsprechende Dosiswerte", sagt Thomas. Er hat während des Flugs die Anzeige im Blick: "Wenn ich merke, dass bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, dann korrespondiere ich natürlich mit der Besatzung", erklärt der Strahlenschützer. Es könne sofort reagiert werden: "Dann wird umgedreht oder wir fliegen höher, um der Strahlung ein bisschen aus dem Weg zu gehen."

Ein Training, das niemand wirklich brauchen will

Einmal im Jahr üben die Experten des Bundesamts für Strahlenschutz und die Piloten der Bundespolizei diese anspruchsvollen Messflüge, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Auch wenn eigentlich keiner das Gelernte je anwenden will. "Natürlich hofft man, dass dieser Fall nie eintritt", sagt Pilot Buß. "Nichtsdestotrotz ist es gut und gibt einem auch ein gutes Gefühl, dass man vorbereitet wäre auf diese Situation, weil die Bevölkerung natürlich auch ein Anrecht darauf hat, schnell stichhaltige Informationen zur Lage zu bekommen."

Auch Michael Thomas betont die Ambivalenz solcher Übungen: "Man trainiert für einen Fall, den wir hoffentlich nie haben werden. Aber Tschernobyl hat gezeigt: Ab und an, wenn auch sehr selten, passiert es halt leider doch", erklärt er.

Im Video: Auf der Spur der Radioaktivität im Tiefflug über Bayern

Hubschrauber hebt zum Übungsflug ab
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Hubschrauber hebt zum Übungsflug ab

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