Die charakteristische achteckige Form bleibt erhalten, ansonsten soll im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg vieles erneuert werden. Denn das fast 100 Jahre alte Stadion in Nürnberg ist in die Jahre gekommen. Die letzten Umbauten waren in den 1990er Jahren. Nun soll die Modernisierung mehr Platz schaffen. Ein Großteil der Bausubstanz wird dazu abgerissen und durch ein neues Stadion ersetzt. Nur denkmalgeschützte Teile wie etwa die Fassade der Haupttribüne bleiben erhalten. Die von der Stadt und dem 1. FC Nürnberg bevorzugte Variante sieht vor, 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer unterzubringen und sie für Fußballspiele näher ans Feld zu setzen. Denn die Leichtathletik-Laufbahn kommt weg.
Mehr Toiletten, VIP-Logen und mehr Platz für Rollstuhlfahrer
"Das neue Achteck“ – mit diesem Titel versehen, haben die Stadt und der 1. FC Nürnberg die Pläne vorgestellt. Denn die charakteristische achteckige Form des Max-Morlock-Stadions soll erhalten bleiben. Der Plan sieht vor, die Plätze für Rollstuhlfahrer von 90 auf dann 250 zu erhöhen. Außerdem sollen die Laufwege für Besucher verbessert werden und die Zahl der Kioske und Toiletten erhöht werden. In der Planung sind auch mehr VIP-Logen mit bis zu 3.500 Plätzen vorgesehen. Die Tribünen werden auf zwei Ebenen sein. Damit soll in der unteren Ebene mehr Platz für Sicherheitskräfte wie Feuerwehr und Polizei entstehen. "Das hat viele Vorteile auch in der Organisation und im Betrieb“, sagte Nürnbergs Sportbürgermeister Andreas Krieglstein (CSU) bei der Vorstellung der Pläne.
"Neue Heimat“ für Club-Fans
Der Fußball soll in dem Stadion die Hauptrolle spielen. So sei es wichtig, zukunftsfähig und modern zu werden, um auch für internationale Turniere wieder attraktiv zu werden. Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland, fiel das Nürnberger Stadion als Spielstätte durch. Das Stadion müsse eine „Seele“ haben, sagte der Finanzvorstand des 1. FC Nürnberg, Stefan Heim. Die Club-Fans hätten sich einen Ort gewünscht, der andere Fans so aufnimmt, wie sie selbst aufgenommen werden wollen. “Das Stadion ist die neue Heimat für unsere Clubberer“, sagte er. Deshalb soll es auch ein Museum für den 1. FC Nürnberg dort geben. Der Stadt als Eigentümerin sei es aber auch wichtig, dass es auch für Großveranstaltungen wie Konzerte genutzt werden kann, sagt Nürnbergs Sportbürgermeister.
Kostenpunkt: 260 bis 280 Millionen Euro
Der Nürnberger Stadtrat habe für den Bau Kosten von 260 bis 280 Millionen Euro vorgegeben, erklärt Nürnbergs Sportbürgermeister. “An diesem Budget orientieren wir uns“. Vorgesehen ist, dass die Stadt einen Teil zahlt, der Freistaat Bayern die gleiche Summe dazu gibt und sich auch der 1. FC Nürnberg beteiligt. Über die genaue Höhe werde noch verhandelt, sagte Krieglstein. Wegen der Kosten sind zum Beispiel eine Sporthalle und einen Bundesstützpunkt Ringen im Stadion nicht in den Plänen enthalten. Und weil die Baupreise steigen, sollte so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden.
Wie es weitergeht
Am 22. Juli muss erst einmal der Nürnberger Stadtrat über den vorgestellten Plan entscheiden. Bis zum Dezember sollten dann weitere Planungen und die notwendigen Ausschreibungen abgeschlossen sein. Der Plan ist, dass das neue Stadion 2031 oder 2032 fertig ist. Wo in der Umbauphase der 1. FC Nürnberg spielen wird, steht nach den Angaben von Stadt und Fußballverein noch nicht fest. Es gebe einige Flächen, die für eine Interims-Spielstätte ins Auge gefasst werden. Ein Ausweichen zum Lokal-Rivalen Spielvereinigung Greuther Fürth steht für Club-Vorstand Stefan Heim aber nicht zur Debatte. Es sei eine Variante, die vielleicht auf der Hand liege. Aber - zum einen bringe das Stadion im Fürther Ronhof mit rund 17.000 Plätzen allein die 21.000 Nürnberger Dauerkartenbesitzer nicht unter. Außerdem gebe es noch die emotionale Komponente: Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Club-Fan in die Kurve der Fürther gehen möchte oder umgekehrt, so Stefan Heim.
Um das Mammutprojekt Stadionumbau geht es bei uns auch im Radio, in Sonntags um 11, dem Talk auf BR24, am Sonntag, den 12. Juli von 11.00 bis 12.00 Uhr live aus dem BR-Studio Franken. Zu Gast bei Moderatorin Anja Volkmeyer sind unter anderem Nürnbergs Zweiter Bürgermeister Andreas Krieglstein und Klaus-Peter Murawski vom BUND Naturschutz Bayern. Und Sie können auch vor Ort mit dabei sein und mit uns diskutieren, wenn Sie sich anmelden. Schreiben Sie dazu einfach eine Mail an SonntagsumElf@br.de. Die Tickets sind kostenlos. Wir freuen uns auf Sie!
So sieht das Stadion in Nürnberg aktuell aus.
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