Eng und unübersichtlich ist der Münchner Hauptbahnhof während seiner viele Jahre währenden Umbauzeit sowieso schon. Zusätzlich sorgen unklare Angaben zu den Gleisen, auf denen Züge abfahren oder ankommen, für unnötiges Gerenne und Stress. Nun bereitet sich die Bahn darauf vor, dass jeden Tag noch weitere 100.000 Fahrgäste dazukommen – wegen der Wiesn.
Neuer Bahnhofszugang, extra Bahnsteig, mehr Züge
Während des Oktoberfestes sollen die Arbeiten an einem Bahnsteig ruhen, der zur Zeit teils noch gesperrt ist. So soll er vorübergehend wieder komplett benutzt werden können, teilte die Bahn mit. Außerdem will sie binnen einer Woche einen neuen Zugang zum Starnberger Flügelbahnhof, also zu den Gleisen 26 bis 36, fertigstellen.
Zur Wiesn sind auch mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte S-Bahn-Fahrten geplant - im 20-Minuten-Takt bis tief in die Nacht. Zudem sollen Regionalzüge mehr Platz für Fahrgäste bieten.
Spezielle Software und mehr "Reisenden-Lenker"
Außerdem will die Bahn die Fahrgäste stärker lenken und kontrollieren. Mit einer speziellen Software will sie besser im Blick behalten, wo es voll wird. Um die Fahrgäste besser zu leiten, würden rund ein Viertel mehr Sicherheitskräfte eingesetzt als im Vorjahr und zusätzlich mehr als 20 "Reisenden-Lenker", teilte das Unternehmen mit. Helfen sollen an potenziellen Flaschenhälsen auch pfeilförmige weiß-blaue Aufkleber auf dem Boden, auf denen "bitte weitergehen / keep walking" steht. Darauf ist ein weißes, gehendes Strichmännchen abgebildet.
Mehr Sicherheitspersonal will die Bahn auch an der S-Bahn-Haltestelle Hackerbrücke einsetzen, von der aus das Oktoberfest leicht zu Fuß zu erreichen ist. Sie sollen mit der Bundespolizei dafür sorgen, dass die Fahrgäste die Regeln einhalten – unter anderem dürfen sie keine Folienballons, Maßkrüge oder Glasflaschen von der Theresienwiese mitnehmen. Mit einer Drohne sollen außerdem Menschen, die verbotenerweise auf den Gleisen unterwegs sind, schneller entdeckt werden - damit schnell wieder Züge fahren können.
Bahn appelliert an "Rücksicht und Besonnenheit" der Fahrgäste
Laut dem Bayern-Chef der Bahn, Christoph Kraller, nutzen jeden Tag mehr als 450.000 Menschen den Hauptbahnhof in München. Zur Wiesn würden täglich 100.000 mehr erwartet. "Weil dann jeder Quadratmeter zählt, schaffen wir am Hauptbahnhof mehr Platz, stocken unser Personal auf und verbessern die Wegweisung zum Festgelände", so Kraller. Es komme trotzdem auch auf "Rücksicht und Besonnenheit" der Gäste an.
Mit Informationen von dpa
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