Arbeiten, bis es staubt, in der prallen Mittagshitze, bei 35 Grad im Schatten – und das in 14 Metern Höhe. Zimmermann Roland Lippert und sein Team arbeiten diese Woche im unterfränkischen Gemünden unter extremen Bedingungen, auf dem Dach eines denkmalgeschützten Turms: "Wir stehen in der prallen Sonne, die Materialien heizen sich dementsprechend auf. Die Ziegel, die Werkzeuge, alles ist extrem heiß und ohne Handschuhe nicht anzufassen."
"Heat Dome" bringt heiße Temperaturen
Denn aktuell hält in ganz Europa eine Hitzewelle an und bringt Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Im unterfränkischen Kitzingen wurden am vergangenen Freitag beispielsweise bereits 38,5 Grad Celsius gemessen. Auch in den kommenden Tagen bleibt es heiß.
Diese Temperaturen können für den menschlichen Körper ein Gesundheitsrisiko darstellen, sagt Max Kippnich, Oberarzt für Anästhesiologie und Notfallmediziner am Universitätsklinikum Würzburg. Um Kreislaufprobleme und Hitzschläge zu vermeiden, rät der Mediziner unter anderem dazu, viel zu trinken und die Mittagssonne zu meiden. Körperliche Arbeiten sollten möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Früherer Arbeitsbeginn und viele Pausen
Genau das ist eine Schutzmaßnahme, die das Team um Roland Lippert umsetzt. Mit den Arbeiten am Dach des 500 Jahre alten Mühltorturms haben sie zum Beispiel schon um 6 Uhr begonnen. Da hatte es noch angenehme 23 Grad. Die Werkzeuge legen sie, wenn möglich, immer in den Schatten.
Sobald die Sonne dann stärker wird, müssen die Arbeiter umso mehr auf sich achten. "Wenn es so heiß ist, dann machen wir natürlich extrem viel Pausen", sagt Roland Lippert. Alle 20 bis 30 Minuten gebe es eine Trinkpause und die Arbeiter gehen vom Dach herunter in den Schatten. Die Getränke stellt der Betrieb, "und nachmittags kommt manchmal auch die Chefin und bringt uns ein Eis vorbei".
Auf der Baustelle "das Beste draus machen"
Lipperts Erfahrung ist, dass die Jüngeren im Team in der Regel etwas besser mit Hitze zurechtkommen. "Die Älteren sind nicht mehr so belastbar", sagt er und lacht. Bei diesen Temperaturen gingen die Arbeiten dann eben etwas langsamer, aber dennoch komme man voran. "Wir sind hier immer noch auf einer Baustelle, da muss man mit den Gegebenheiten zurechtkommen und das Beste draus machen", sagt Lippert.
Das aktuelle Projekt in Gemünden reizt ihn besonders. Die Arbeiten finden an einem denkmalgeschützten Gebäude statt und das liegt auch nur wenige Kilometer vom Betrieb entfernt. "Wir fahren da jeden Tag dreimal vorbei und dann ist es einfach eine schöne Sache, wenn man sieht, was man gemacht hat und dass wir das gemacht haben", sagt der Zimmermann.
Bei den heißen Temperaturen machen die Arbeiter regelmäßige Pausen im Schatten.
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