Transparente auf der Demonstration zum Thema Honorarkürzungen in der Psychotherapie, hier vor dem Landtag in Düsseldorf am 19.03.2026
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München: Proteste gegen Kürzung von Psychotherapie-Honoraren
Bildrechte: picture alliance / FotoMedienService | Ulrich Zillmann
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München: Proteste gegen Kürzung von Psychotherapie-Honoraren

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Proteste in München gegen Kürzung von Psychotherapie-Honoraren

Proteste in München gegen Kürzung von Psychotherapie-Honoraren

Hunderte Menschen haben am Samstag in München gegen die geplante Kürzung der Honorare für Psychotherapien protestiert. Die Sparmaßnahmen würden die Versorgung gefährden, so die Demonstranten. Auch die Kassenärzte sehen das so – sie wollen klagen.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Am Münchner Gärtnerplatz haben am Samstag nach Angaben der Veranstalter zwischen 500 (so auch die Polizeiangabe) und 1.000 Menschen gegen die geplante Kürzung der Honorare für Psychotherapeuten demonstriert. Sie forderten eine Abkehr vom Beschluss der letzten Woche und sehen die Versorgung gesetzlich versicherter Menschen gefährdet.

4,5 Prozent weniger Honorar ab April geplant

Die von einem Bewertungsausschuss beschlossene Kürzung von 4,5 Prozent soll ab dem 1. April in Kraft treten. Der Ausschuss besteht aus Vertretern der Krankenkassen (GKV), unparteiischen Fachleuten und Kassenärzten. Die Krankenkassen und Unparteiischen überstimmten in dem Fall die Kassenärzte. Zuerst hatte der GKV-Spitzenverband eine zehnprozentige Honorarkürzung gefordert.

Kassenärzte wollen klagen

Ein Grund für die Kürzungen ist laut GKV, dass die Honorare für Psychotherapie seit 2013 um mehr als 50 Prozent gestiegen seien. In anderen ärztlichen Praxen läge der Anstieg bei 30 Prozent. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kündigte an, gegen den Beschluss Klage einzureichen. "Wir werden uns gegen die massive Benachteiligung der Psychotherapeuten und ihrer Patientinnen und Patienten wehren und gegen den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses den Klageweg beschreiten", so der Vorstandsvorsitzende der Kassenärzte, Andreas Gassen, am Donnerstag.

In zahlreichen Städten, so auch in Nürnberg, gingen Psychotherapeuten gegen diese geplanten Kürzungen auf die Straße. "Alle, die schon mal versucht haben, eine Therapie zu bekommen, kennen die Verzweiflung: Es ist fast unmöglich, einen Platz zu finden", sagte Susanne Horn, Psychotherapeutin und Stadträtin der Linken in Nürnberg, laut einer Mitteilung vom Freitag. Die Bundespsychotherapeutenkammer weist darauf hin, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Vergleich zu anderen Facharztgruppen zu den am niedrigsten vergüteten Bereichen der ambulanten Versorgung zählen.

Zuschläge für Praxispersonal

Der Ausschuss hat neben den Kürzungen eine Erhöhung der Strukturzuschläge etwa für Praxispersonal beschlossen. In vollem Umfang betrifft diese Erhöhung laut der deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie jedoch nur einen kleinen Teil der Psychotherapeuten.

Mit Informationen von epd und KNA

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