Der Mann, der im vergangenen Juni in Passau seine Frau und Tochter sowie weitere Menschen mit dem Auto angefahren hat, steht jetzt vor Gericht.
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Der Mann, der im vergangenen Juni in Passau seine Frau und Tochter sowie weitere Menschen mit dem Auto angefahren hat, steht jetzt vor Gericht.
Bildrechte: BR/ Caroline Eichhorn
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Der Mann, der im vergangenen Juni in Passau seine Frau und Tochter sowie weitere Menschen mit dem Auto angefahren hat, steht jetzt vor Gericht.

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In Menschengruppe gerast: Opfer und Zeugen sagen im Prozess aus

In Menschengruppe gerast: Opfer und Zeugen sagen im Prozess aus

Ein Mann, der im vergangenen Juni in Passau seine Frau und Tochter sowie weitere Menschen mit dem Auto angefahren hat, steht seit Montag vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen mehrfachen versuchten Mordes erhoben.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Gewalt gegen Frauen passiert oft im Verborgenen. Manchmal aber wird sie brutal öffentlich. So etwa bei einem Fall in Passau im Juni 2025, als eine Mutter und ihre fünfjährige Tochter sowie weitere Personen Opfer einer Auto-Attacke des Ehemanns werden – mitten in der Stadt, am helllichten Tag. Am Montag hat der Prozess gegen den Mann aus dem Irak vor dem Passauer Landgericht begonnen.

Mit Handschellen und Fußfessel schlurft der 49-jährige Angeklagte in den Gerichtssaal. Tiefe, dunkle Augenringe zeichnen das Gesicht, seine ergrauten Haare sind kurzrasiert. Immer wieder schüttelt der Iraker bei Zeugenaussagen den Kopf, keinerlei Reue oder Einsicht ist erkennbar.

Mit Pkw in Menschengruppe gerast, in der Frau und Tochter standen

Der Angeklagte soll laut der Anklageschrift mit seinem Auto absichtlich auf seine frühere Partnerin, ihre gemeinsame fünfjährige Tochter und eine weitere Frau zugerast sein, um sie aus Rache für die Trennung und den Entzug des Sorgerechts zu ermorden. Dabei nahm er in Kauf, auch andere Menschen in der Nähe schwer zu verletzen oder zu töten. Von 40 bis 60 km/h ist in der Anklageschrift die Rede.

Nachdem er die Frauen mit dem Auto erfasst hatte, soll er seine frühere Partnerin zusätzlich am Kopf geschlagen und getreten und weitere Personen geschlagen haben. Die Opfer erlitten teils sehr schwere körperliche und seelische Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann deshalb versuchten Mord in mehreren Fällen, gefährliche Körperverletzung und einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor.

Zeugen schildern Gewaltausbruch des Angeklagten

Ein Verkäufer in einem PC-Laden und ein Kunde, die zu der Zeit etwa 30 Meter entfernt waren, schildern am ersten Verhandlungstag, wie sie an jenem Tag ein Scheppern hörten und dann zum Tatort rannten. Der schwarze Mercedes des Angeklagten stand schräg auf dem Gehweg, alles war voller Trümmer, ein beschädigter Zaun, dahinter lagen zwei verletzte Frauen am Boden, sie schrien. Daneben das fünfjährige Mädchen.

Einer der beiden Zeugen sah, wie ein Mann auf eine der Frauen am Boden einschlug - mit der geschlossenen Faust. Der Zeuge rief "Stop, Halt", woraufhin sich der Mann von der Frau entfernte. In einem Video eines anderen Passanten sieht man, wie der Angeklagte die Tochter auf den Arm nimmt und ihr sagt "Ich bin dein Vater". Er geht mit ihr ums Auto, sie ruft "Mama".

Opfer leidet an physischen und psychischen Folgen bis heute

Bis heute geht es der Hauptgeschädigten sehr schlecht, sagt ihr Anwalt Sebastian Kahlert. Ihre Verletzungen – unter anderem eine Oberschenkelfraktur und eine komplizierte Handfraktur – machten ihr Beschwerden. "Noch schwieriger sind die psychischen Einschränkungen bei ihr und auch ihren Kindern", sagt Kahlert. Seine Mandantin sei weiterhin in ärztlicher Behandlung.

"Ihr seid Schlampen" – Beschimpfungen und Schläge

Für die Aussage der 41-jährigen Hauptgeschädigten muss der Angeklagte aus Schutzgründen den Raum verlassen. In ihrer Aussage erzählt sie, wie sie bereits vor der Tat stetige Angst hatte, dass ihr Ex-Mann ihr etwas antun könnte. Dann sieht sie ihn an jenem Tag im Juni 2025 im schwarzen Mercedes auf sie zufahren: "Seine Augen haben Feuer ausgestrahlt", sagt die Irakerin auf ihrer Heimatsprache, deren Aussagen übersetzt werden. Er fährt mit Vollgas auf sie zu, erzählt sie. Kurz danach wird sie durch die Luft geschleudert und prallt auf dem Boden auf. Als sie ihre Augen öffnet, kann sie sich nicht mehr bewegen. Um sie herum sind die anderen und zittern. Sie hört Beleidigungen und Beschimpfungen ihres Mannes. "Ihr seid Schlampen", soll er gerufen haben.

Trennung 2022, Sorgerechtsentzug und Annäherungsversuch

Bereits vor der Tat war der Mann gegenüber seiner Partnerin gewalttätig, erzählt sie. Er habe sie bespuckt, beschimpft, mit Fäusten geschlagen und immer wieder der ganzen Familie mit dem Mord gedroht. Ihre Söhne aus einer vorherigen Beziehung habe er gequält, deren Köpfe in die Toilette gesteckt. Deshalb habe sie sich 2022 von ihm getrennt, war zeitweise im Frauenhaus. Es gab ein Annäherungsverbot und den Sorgerechtsentzug für die Tochter.

Angeklagter bestreitet Mordabsichten

Der Angeklagte bestreitet die Mordvorwürfe. "Ich hatte nie die Absicht, jemanden zu töten, insbesondere die Tochter und Mutter meiner Tochter nicht. Diese Aussage ist weit entfernt von der Wahrheit", sagt er zu Beginn des Prozesses. Ein Urteil wird Ende Mai erwartet.

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