Leon Beck von den Johannitern Würzburg macht den Rettungswagen wieder startklar für den nächsten Einsatz und schiebt die Trage in den Wagen.
Leon Beck von den Johannitern Würzburg macht den Rettungswagen wieder startklar für den nächsten Einsatz und schiebt die Trage in den Wagen.
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Einsatzkräfte im Rettungsdienst hetzen an Hitzetagen von Einsatz zu Einsatz. Dann steigt die Zahl der Notrufe spürbar.
Bildrechte: BR/Leon Willner
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Einsatzkräfte im Rettungsdienst hetzen an Hitzetagen von Einsatz zu Einsatz. Dann steigt die Zahl der Notrufe spürbar.

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Rettungskräfte im Hitzestress: "Wie im Backofen"

Rettungskräfte im Hitzestress: "Wie im Backofen"

Noch nie gab es in Würzburg so viele Tage über 35 Grad wie in diesem Sommer. Der Rettungsdienst spürt dies unmittelbar: Einsatzkräfte wie Yannik und Leon rennen dann schwitzend in ihrer Schutzkleidung von Einsatz zu Einsatz. Sie müssen funktionieren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 vor Ort am .

Yannik Brunner geht oft und gerne ins Fitnessstudio, aber an einem Hitzetag über 35 Grad in Würzburg wird am Ende seiner Schicht schon mal ein vierter Stock zum Endgegner. Wenn er dorthin nach fünf Stunden Dauereinsatz sein ganzes Equipment hochschleppt und anschließend den Patienten in den Rettungswagen trägt, kann er danach schon mal sein T-Shirt auswringen.

In manchen Wohnungen staue sich die Hitze, erzählt er: "Also draußen hat es 30 Grad und drinnen 40 oder 45 Grad, wie im Backofen", sagt er. Genau dorthin werden Einsatzkräfte wie Yannik Brunner und Leon Beck von den Johannitern Unterfranken aber zunehmend gerufen – mit dicker Schutzkleidung, Sicherheitsstiefeln und Notfallrucksack. Sie müssen ausrücken: zu Herzinfarkt, Kreislaufkollaps oder Atemnot.

Mehr Hitzetage, mehr Notfälle: Das zeigen die Daten

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) hat die Zahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad Celsius in Unterfranken in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. In Würzburg wurden diesen Sommer so viele Tage mit über 35 Grad gemessen wie noch nie zuvor. Mit steigenden Temperaturen mehren sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auch die Sterbefälle deutschlandweit um Tausende pro Hitzeperiode.

In Bayern melden Kliniken an heißen Tagen generell mehr Patientinnen und Patienten. In Würzburg beobachtet Dr. Dirk Weismann, Oberarzt für Intensiv- und Notfallmedizin am Uniklinikum, an Hitzetagen einen "starken Zuwachs an Komplikationen von Volkskrankheiten" – etwa bei Infarkten, Schlaganfällen oder Unfällen. Die Notaufnahmen können sich deswegen nicht auf ein einzelnes Krankheitsbild vorbereiten, sie müssen auf alles eingestellt sein.

Im Video: Leben retten bei extremer Hitze - Rettungskräfte im Hitzestress

Stress fürs Gesundheitssystem: Hitze trifft nicht nur Alte und Kranke

Laut dem Oberarzt kommt durch die extreme Hitze das ganze System in Stress. Die Medizin müsse sich darauf vorbereiten: "Wir werden in vielen Bereichen dazulernen müssen, Medikamentenverordnungen überprüfen, gefährdete Patienten identifizieren, ansprechen, dass sie sich schützen können", sagt Weismann.

Die Rettungsteams merken vor Ort, dass es nicht nur ältere oder vorerkrankte Menschen trifft. Immer wieder betreuen sie auch jüngere Patientinnen und Patienten, etwa mit Herz-Kreislauf-Problemen, zum Beispiel nach zu viel Sport in der prallen Sonne.

Wenn die Konzentration nachlässt: Belastung für den Rettungsdienst

Für Yannik und Leon von den Johannitern Unterfranken bedeutet eine Schicht an einem Hitzetag: kaum Zeit für Essen, Trinken, zur Toilette gehen. Fünf Stunden ohne Unterbrechung im Einsatz seien keine Ausnahme. "Man merkt, dass die Konzentration früher nachlässt oder man ungeduldiger wird, wenn einem das Wasser den Rücken runterläuft und in den Schuhen steht", sagt Yannik. Gleichzeitig versuchen die Teams, professionell und gelassen zu bleiben.

Den Beruf machen Yannik und Leon nicht wegen des Gehalts, sagen sie. Für beide spielt Leidenschaft eine große Rolle: Menschen helfen, Unvorhergesehenes meistern, ein abwechslungsreicher Alltag. Doch auch sie sind am Ende einer Schicht an einem heißen Tag froh, wenn sie wieder auf der klimatisierten Wache angekommen sind und ihre Ablöse bereits in der Tür steht.

Im Video: Wassernot, Rekordhitze, Kliniken am Limit: Was tun gegen Hitzewellen? | ÜberBayern

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