Eine Kuh weidet auf einer Schachtenwiese.
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Eine Kuh weidet auf dem Albrechtsschachten im Nationalpark Bayerischer Wald.
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Schachtenbeweidung: Rotes Höhenvieh in uralter Kulturlandschaft

Schachtenbeweidung: Rotes Höhenvieh in uralter Kulturlandschaft

Im Nationalpark Bayerischer Wald ist die Schachtenbeweidung ausgeweitet worden. Erstmals seit gut 60 Jahren grasen wieder Rinder auf dem Albrechtschachten. Sie erhalten Lichtungen und schützen so Lebensräume.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Neugierig beobachtet eine kleine Rinderherde auf dem Albrechtschachten im Nationalpark Bayerischer Wald Wanderer, die am Weidezaun vorbeilaufen. Lange lassen sich die sieben Tiere nicht stören. Sie knabbern rasch weiter an den Heidelbeersträuchern und lassen sich frisches Laub junger Zitterpappeln schmecken. Es handelt sich um "Rotes Höhenvieh".

Rotes Höhenvieh - eine alte Rinderrasse

Robuste, kräftige Tiere mit rotbraunem Fell. Diese alte Rinderrasse kommt gut mit energiearmem Futter aus. "Die Heidelbeere gehört zu den Sachen, die sie sehr gerne fressen. Wir sehen das, wenn wir die Tiere umtreiben. Selbst wenn sie frisches Gras zur Verfügung haben, nehmen sie trotzdem gerne die Heidelbeere", erklärt Tobias Windmaißer von der Nationalparkverwaltung. Genau das ist auch gewollt. Denn die Heidelbeersträucher würden den Albrechtschachten in kurzer Zeit komplett zuwuchern, die Lichtung würde wieder bewaldet, wertvoller Lebensraum und Denkmal einer Kulturlandschaft würden untergehen.

Erfolge am Albrechtsschachten sichtbar

Bisher haben ehrenamtliche Helfer der Waldvereinssektion Lindberg bei der "Schachtenpflege" im Herbst Heidelbeeren und junge Bäume zurückgeschnitten. "Wir werden die Aktionen auch in Zukunft brauchen, um den Schachten in seiner kulturhistorischen Form offen zu halten.

Aber hier war die Fläche schon so stark am Zuwachsen, dass wir Sorge hatten, dass wir das gar nicht mehr schaffen können", sagt Tobias Windmaißer von der Nationalparkverwaltung. Erste Erfolge sind bereits nach wenigen Tagen sichtbar. "Die Heidelbeeren haben sie unterschiedlich stark zurückgebissen und auch bei der Vogelbeere erkennt man, dass sie das frische Laub runter gefressen haben", beurteilt der Naturschutzexperte: "Ich bin sehr zufrieden!", sagt er.

Schachten sind wertvolle Lebensräume

Die Schachten sind nicht nur von kulturhistorischem Wert, sie sind auch wichtige Lebensräume zahlreicher beinahe ausgestorbener Arten. Auf den Lichtungen in rund 1.100 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, zwischen den Gipfeln des Großen Falkenstein und des Großen Rachel hat sich Magerrasen entwickelt.

Borstgras wächst hier, Arnika, Harzer Labkraut, Blutwurz oder der Kleine Sauerampfer. Davon sind wiederum zahlreiche Insektenarten abhängig, die dann eine Nahrungsbasis für Vögel und Fledermäuse sind. "Ausgehend von den Rindern entsteht so ein riesiges Nahrungsnetz", weiß Tobias Windmaißer.

Schachtenbeweidung fördert Artenvielfalt

Die Nationalparkverwaltung hat das Schachtenbeweidungsprojekt vor zwölf Jahren gestartet. Zunächst auf dem Ruckowitzschachten, später auf dem Hochschachten und nun ist auch der Albrechtschachten Teil des Naturschutzprojektes. Bisher waren die Erfahrungen durchweg positiv. Die Zahl seltener Arten hat nachweislich zugenommen, die offenen Flächen auf dem ansonsten dichten, der Natur überlassenen Hochlagenwald sind ein wichtiges Refugium.

Schachten sind uralte Kulturdenkmäler

Die Schachten im Bayerischen Wald sind vor mehr als 400 Jahren entstanden. Der Ruckowirtschachten zum Beispiel wurde nachweislich ab dem Jahr 1613 beweidet. Dort ließen Bauern aus der Region Jungrinder und Ochsen im Wald grasen, die Schachten dienten den Hirten meist als Nachtlager. Die Beweidung endete in den 1950er- und 60 Jahren - aus wirtschaftlichen Gründen. Die brach gefallenen Lichtungen wurden in den folgenden Jahren auf natürliche Weise wieder bewaldet.

Allein der Albrechtschachten war ursprünglich mit fast 13 Hektar fast doppelt so groß wie heute. Zwar gilt im Nationalpark Bayerischer Wald grundsätzlich auf drei Viertel der insgesamt rund 25.000 Hektar großen Fläche das Motto "Natur Natur sein lassen", gleichzeitig ist es aber auch Aufgabe der Nationalparkverwaltung, kulturhistorische Denkmäler zu bewahren. Dazu zählen unter anderem die Schachten. Sie werden auch als "Perlen im Waldmeer" bezeichnet.

Bildrechte: BR/Christian Riedl
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Die Schachten sind eine uralte Kulturlandschaft im Bayerischen Wald

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