Rike Markmann vermietet seit zehn Jahren ihre Ferienwohnung im mittelfränkischen Schwabach, meistens ohne Probleme, die Gäste sind zum überwiegenden Teil freundlich und zufrieden mit der Wohnung. Doch im Januar erlebte Markmann bereits zum zweiten Mal, dass Betrüger versuchten, sie übers Ohr zu hauen. Um andere zu warnen, hat sie die Polizei eingeschaltet - und wendet sich auch an die Öffentlichkeit.
Interessent schrieb ungewöhnliche Mail
Ein Interessent habe ihr über das Übernachtungs-Portal der Stadt Schwabach geschrieben, ob die Wohnung für einen Zeitraum im Februar 2026 noch frei sei, so die Vermieterin. Bereits diese erste Mail sei ungewöhnlich gewesen, denn der Mann schrieb: "Wenn die Daten nicht verfügbar sind, teilen Sie uns bitte einen verfügbaren Zeitraum mit." Rike Markmann sagt: "Da bin ich schon hellhörig geworden, denn normalerweise richten sich die Termine danach, wann der Gast reisen möchte, und nicht danach, wann es mir passt." Sie antwortete aber, der Zeitraum sei möglich, und einigte sich mit dem Mailschreiber auf einen Mietpreis von 756 Euro.
Gast schickte Scheck über 5.400 Euro
Der Gast erklärte anschließend per Mail, dass er aus England komme, nicht mit Euro bezahlen könne und deshalb einen Scheck schicken werde. Dieser traf auch kurz darauf bei Rike Markmann ein: ausgestellt über eine Summe von 5.400 Euro. Die Vermieterin sagt: "Der Scheck kam per Luftpost aus England, war aber von einer französischen Bank ausgestellt. Ich habe die Bank gegoogelt, die gibt es wirklich!" Der Gast habe ihr wiederum per Mail erklärt, dass es sich um einen Fehler seiner Bank handle, die die gesamten Reisekosten auch für Flugtickets und Spesen ausgestellt habe. Rike Markmann solle den Scheck einlösen, ihren Anteil abziehen und ihm dann den Rest zurücküberweisen.
Geld von nicht gedeckten Schecks landet auf dem Konto
Der potenzielle Gast habe per Mail immer mehr Druck ausgeübt, erzählt Rike Markmann; am Ende sei die Konversation über 43 Mails gegangen. Sie habe ihm erklärt, dass sie den Scheck nicht einlösen wird, denn Rike Markmann, die früher im Im- und Export gearbeitet hat, hat die betrügerischen Absichten erkannt: "Ich habe die von ihm angegebene Telefonnummer angerufen, da bin ich nie und nimmer in England rausgekommen."
Und vor einigen Jahren war sie bereits mit einem ähnlichen Betrugsversuch bei der Polizei gewesen. Polizeisprecher Michael Konrad vom Polizeipräsidium Mittelfranken warnt: "Wenn man den Scheck einlöst, landet das Geld zunächst tatsächlich auf dem eigenen Konto – erst wenn die Bank feststellt, dass der Scheck nicht gedeckt ist, wird es zurückgefordert."
Polizei warnt: Betrugsmasche ist nicht ausgestorben
Obwohl heute Online-Banking überwiegt, sei diese Betrugsmasche nicht ausgestorben, so Polizeisprecher Konrad. Er rät deshalb, eine Scheckzahlung nur zu akzeptieren, wenn einem der Aussteller persönlich bekannt sei und die Summe genau über den Kaufbetrag ausgestellt werde. Keinesfalls dürfe man Schecks akzeptieren, die über eine deutlich höhere Summe ausgestellt seien, und den vermeintlich zu viel gezahlten Betrag zurücküberweisen.
"Wenn sich dann - manchmal erst Wochen später - herausstellt, dass der Scheck nicht gedeckt ist, bleibt der gutgläubige Verkäufer auf seinen Kosten sitzen", so Konrad. Rike Markmann hat den Betrug früh genug erkannt und nichts überwiesen. Den falschen Scheck über 5.400 Euro will sie sich jetzt einrahmen und als "Andenken" in ihrer Ferienwohnung aufhängen.
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