"Gott segne euch im neuen Jahr, das wünscht euch die Dreikönigsschar." Diesen Segensspruch können die vier Sternsinger aus Fischach im Landkreis Augsburg schon in- und auswendig. Sophie, Valentina, Amelie und Samuel haben sich lange auf diesen Moment vorbereitet: Mit Stern und Weihrauch im Gepäck vertreten die vier Kinder das Bistum Augsburg beim diesjährigen Sternsinger-Empfang im Bundeskanzleramt.
Dann sind Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen zu Gast – in Bayern sind das neben Augsburg auch München-Freising, Passau, Regensburg, Eichstätt, Bamberg und Würzburg. Sie bringen gemeinsam den Segen für das neue Jahr ins Kanzleramt.
Große Aufregung vor Kanzleramtsbesuch
Sie haben extra noch einmal in den Nachrichten gecheckt, wie der Kanzler aussieht: "Kanzler Merz ist groß und dünn, Bundespräsident Steinmeier ist kleiner", das haben sich die Mädchen gemerkt. "Ich bin aufgeregt", sagt der kleine Samuel. Er darf den charakteristischen Stern tragen. Und weil sie alle mit dem Zug nach Berlin gefahren sind, musste der Stern samt Holzstange reisekompatibel zusammengefaltet werden. Peter Eberl, der Papa von Sternsingerin Sophie, hat sich darum gekümmert. Er hat den Holzstab kurzerhand in zwei Teile zersägt, damit er in die Reisetasche passt. Mit einer Stellschraube kann er dann mit wenigen Handgriffen wieder zusammengebaut werden.
Hohe Sicherheitsauflagen für Sternsinger
Die Kinder hatten sich beim Augsburger Bistum um die Teilnahme beworben und sind dann ausgelost worden. Jetzt, in vollem Ornat mit Samtumhang, Seidenhaube und Goldkrone, verkörpern sie die drei Könige aus dem Morgenland.
Claudia Andraschko und Marion Mörderisch von der Pfarrgemeinde begleiten die vier Sternsinger. Sie kümmern sich seit 27 Jahren um die Ausstattung der Fischacher Sternsingerkinder und sind auch schon ein wenig nervös. Denn die Sicherheitsauflagen sind hoch: "Wir werden mit dem Polizeibus abgeholt und ins Kanzleramt gebracht, nur ich darf ein Handy dabei haben, die Kinder dürfen sich nicht schminken", erzählt Andraschko.
Kein Treffen mit dem Kanzler
Anders als zunächst geplant wird Bundeskanzler Merz am Dreikönigstag die Sternsinger im Bundeskanzleramt nicht persönlich empfangen. Er reist nach Paris zu einem Ukraine-Treffen. An seiner Stelle wird Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) die 108 Sternsinger aus allen 27 katholischen deutschen Bistümern begrüßen.
Sternsinger sammeln bundesweit viele Spenden
Seit 1984 bringen Buben und Mädchen aus allen deutschen 27 Diözesen den Segen "Christus mansionem benedicat" – also "Christus segne dieses Haus" ins Bundeskanzleramt. Heuer geht es dabei um das Thema Kinderarbeit: "Schule statt Fabrik", so lautet daher das Motto der Aktion Dreikönigssingen. Insgesamt 108 Kinder und Jugendliche sind beim Sternsingerempfang im Berliner Kanzleramt dabei.
Das Geld, das die Sternsinger bundesweit sammeln, kommt notleidenden Kindern zugute. Bundesweite Träger sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit dem Start der Aktion im Jahr 1959 konnten so laut Bistum mehr als 1,4 Milliarden Euro gesammelt werden.
Mit Informationen der KNA
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
