(Symbolbild) Gefüllter Korb auf Waldboden mit Waldpilzen.
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(Symbolbild) Waldpilze im Körbchen.
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Schwammerl-Saison in Bayern: Trotz Dürre kein Totalausfall

Schwammerl-Saison in Bayern: Trotz Dürre kein Totalausfall

Nach dem trockenen Sommer haben Experten eine eher maue Schwammerl-Saison prognostiziert. Ganz so schlimm scheint es aber nicht zu sein. Doch es gibt einige Besonderheiten und regionale Unterschiede in diesem Jahr.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wer im Landkreis Bamberg derzeit Schwammerl sucht, kann sein Körbchen mit etwas Glück gut füllen, beobachtet Andreas Reder von der Pilzschule Bamberg. Besonders für Streu-Zersetzer, also Pilze, die Laub, Nadeln oder kleine Zweige am Boden abbauen, sei es ein gutes Jahr.

Konkret nennt Reder den Parasol oder die Krause Glucke. "Für die ist es ein super Jahr." Der Experte befürchte eher, dass es in Folge der Trockenheit ein schwieriges Jahr für die Pilz-Artenvielfalt werden könnte.

Morgennebel bringt Feuchtigkeit

Wenn der Pilzkenner unterwegs ist, fällt ihm auf: Die Laubwälder in Oberfranken seien trockener, entsprechend fänden sich dort weniger Pilze. Bessere Chancen hätten Sammler hingegen in moosigen Nadelwäldern und in höheren Lagen. "Was uns in die Karten spielt, ist der Morgennebel, der im Herbst immer mehr zunimmt. Der kann ein bisschen die fehlende Feuchtigkeit durch den Regen ausgleichen", erklärt Reder.

Teilweise schimmlige Schwammerl in Pilzberatungstelle

Grundsätzlich darf laut Bundesnaturschutzgesetz jeder aus der Natur Pilze "in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf" mitnehmen. Als Faustregel gilt etwa ein Kilogramm pro Person am Tag.

Wer sich mit dem Gesammelten unsicher ist, kann seine Ausbeute zu einer Pilzberatung bringen. In der Münchner Fachstelle hat Georg Dünzl Anfang der Woche mehrere Hundert Schwammerl begutachtet. Und beobachtet, dass da "unwahrscheinlich viel vergammeltes Zeug" dabei war. Seine Vermutung: In manchen Gegenden im Münchner Umland finden sich aktuell vor allem alte Pilze. "Durch die Trockenheit sind die Pilze zum Teil mumifiziert und möglicherweise durch den Regen wieder aufgeweicht worden", sagt er.

Einige Schwammerl-Sammler müsse er deshalb enttäuschen: "Die Pilze, die Sie gebracht haben, sind zwar nicht giftig, aber so verschimmelt, dass sie nicht mehr zum Verzehr geeignet sind."

Niederschläge als Leitlinie beim Pilzsuchen

Sein Tipp: Dort suchen, wo es mehr geregnet hat. Wenige Kilometer könnten einen Unterschied machen. "Das kann manchmal ganz kleinräumig sein, dass also jemand sagt, ich habe überhaupt nichts gefunden und jemand anderes war zehn Kilometer weiter und sagt, der ganze Wald ist vollgestanden", erklärt Dünzl.

Er geht davon aus: "Es ist nicht wie früher, dass es einen gleichmäßigen Landregen gegeben hat, sondern oft gibt es lokale Gewitter, die mit Starkregen verbunden sind und dann auch lokal zu einem guten Pilzwachstum führen."

Gute Bedingungen im Alpenraum und im Bayerischen Wald

Ähnliches beobachtet Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, der viel in ganz Bayern unterwegs ist. Ende August regnete es spürbar im Bayerischen Wald und im Alpenraum. Dort seien nach zwei Wochen auch Pilze aus dem Boden geschossen. "Insbesondere Steinpilze und Hexenröhrlinge, also das, was die Bevölkerung allgemein als Speisepilz sucht – und das waren sehr große Mengen." Auch Parasole und – umgangssprachlich – Wiesen-Champignons seien ihm viele aufgefallen. Für den Bayerischen Wald spricht Karasch gar von einer regelrechten "Pilzschwemme".

Experte: Pilze sehr anpassungsfähig

Der Experte vermutet, dass sich die Pilzsaison künftig mehr komprimiert. Manche Pilze bildeten als Folge der Trockenheit in dieser Saison vermutlich keine Fruchtkörper aus. Ein grundsätzliches Problem folge daraus aber nicht, sagt Mykologe Karasch. "Die Arten auf Gattungsebene, also Röhrlinge oder Tintlinge, gibt es schon seit Millionen Jahren und auch die Symbiosen zwischen Pflanzen und Pilzen sind so alt. Die Pilze haben schon mehrere Aussterbe-Phasen überlebt, auch die Dinosaurier. Sie werden sich anpassen", ist er überzeugt.

Karasch ist auch mit Blick auf bisher trockenere und pilzärmere Regionen optimistisch, dass die Saison noch eine Pilz-Ausbeute bringen kann. Dafür brauche es "einiges an Regen", sagt er. "Solange die Böden nicht durchfrieren und solange es keinen starken Frost gibt, haben wir noch Hoffnung, auch in diesen Bereichen, wo bis jetzt noch keine Pilze aufgetaucht sind."

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